Moderne Villa mit großen Glasflächen, Patio und überdachter Terrasse
Das Wasserbassin zieht den Blick zuerst an. Es liegt ruhig neben der Terrasse und fängt die klare Linienführung des Hauses auf, noch bevor man die Glasflächen und die breiten Öffnungen im Erdgeschoss wahrnimmt. In dieser moderne villa mit großen glasflächen trifft eine strenge Volumetrie auf eine Umgebung mit Rasen, Bepflanzung und weitem Himmel. Die Orientierung des Entwurfs folgt nicht nur den Blicken in den Garten, sondern auch dem, was abgeschirmt bleiben soll. Das prägt die Räume von außen bis innen.
Ein Patio als Schwelle zwischen Straße und Wohnraum
Der Zugang führt über einen Patio mit Glastüren und eine teils überdachte Zone an der Eingangstür. Diese Abfolge ist mehr als ein Vorraum; sie lenkt den Weg, trennt öffentlich und privat und gibt der Eingangshalle Tiefe. Die Front ist offen gehalten, was an der Sackgasse mit dem ruhigen Verkehr durch Radfahrer gut funktioniert. Hinter der großen Glasfläche liegt die Garderobe als Möbelstück im Blickfeld. Neben dem Patio befindet sich ein Büro, das auf den Hof und auf die Straße schaut.
Auch die Sonneneinstrahlung wurde mitgedacht. Das Büro ist nach Norden orientiert, sodass direktes Licht dort nicht den ganzen Tag dominiert. Auf der anderen Seite des Patios nimmt die überdachte Terrasse mit Vordach die Abendsonne auf. Dort bleibt die Öffnung bewusst frei. So entsteht ein Außenraum, der nicht nur beschattet, sondern in eine bestimmte Tageszeit hineingearbeitet ist. Die Übergänge bleiben klar, die Wege kurz, und die Geometrie des Hauses bleibt auch an dieser Stelle gut lesbar.
Offenes Wohnen mit Blick in den Garten
Im Erdgeschoss laufen Wohn- und Sitzbereich ineinander, während die Küche stärker abgetrennt ist. Diese Verschiebung ist im Grundriss gut spürbar: Die Wohnräume öffnen sich zum Garten und zum natürlichen Schwimmbad, die Küche bleibt als eigener Bereich lesbar. Große Fenster holen Licht tief in den Raum, und die schwarzen Fensterrahmen geben den Öffnungen eine scharfe Kante. Das Haus nutzt die Aussicht, ohne überall gleich offen zu sein. Vor allem das spiegelnde Wasserbecken setzt den Außenraum in Szene und verlängert die Sichtachse vom Inneren aus.
Über der Terrasse trägt eine Gartenmauer den überdachten Bereich und gibt ihm Fassung. Von dort aus rahmt sie die dahinterliegende Natur, statt sie zu überformen. Das wirkt im Sitzen anders als im Gehen: Der Raum wird enger gefasst, die Sicht bleibt weit. Auch die Ausnahme für die 1 Meter tiefen Sonnenschutzelemente gehört zu dieser Logik. Sie erlauben mehr nutzbare Fläche, ohne den Baukörper unnötig zu verdichten. So bleibt die moderne villa mit großen glasflächen lesbar, selbst dort, wo zusätzliche Schichten greifen.
Geometrischer Überstand und reflektierendes Wasser
Die Außenräume leben von wenigen, präzisen Linien. Der geometrische Überstand an der Terrasse, die flachen Platten am Boden und das lange Wasserbecken ordnen die Szene, statt sie zu dekorieren. Das Wasser spiegelt Himmel, Dachkante und Fassade und bringt Bewegung in eine ansonsten ruhige Materialfolge aus Stein, Glas und Beton. Im Garten stehen Rasenflächen und Pflanzbeete nicht zufällig, sondern entlang dieser harten Kanten. Genau dort entsteht die Spannung zwischen offener Fläche und gefasstem Rand.
Die Fassade arbeitet mit einem Wechsel aus gemauerten Partien, Steinstrips und großformatigen Öffnungen. Vorn bleibt der Eindruck offen und direkt, hinten treten die Überstände und das Vordach stärker hervor. Schwarze Fensterrahmen zeichnen die Öffnungen nach und betonen die horizontale Haltung des Hauses. Im Zusammenspiel mit dem reflektierenden Wasser wirkt die Außenanlage nicht schwer. Sie bleibt klar gegliedert, mit wenigen Materialien und einer deutlich ablesbaren Ordnung.
Warme Materialien im Innenraum, ohne den Raum zu überladen
Im Inneren liegt eine durchgehende, natursteingebundene fugenlose Fläche in warmem Grau über das ganze Haus. Sie nimmt der Architektur keine Schärfe, sondern hält die Räume ruhig zusammen. Dazu kommen Möbel und Verkleidungen aus Nussbaum-Furnier, zuerst in der Garderobe und dann weitergeführt im Arbeitszimmer und im Wohnbereich. Die TV-Wand über dem offenen Gaskamin greift dieses Material wieder auf und setzt einen dunkleren Akzent an der Sitzzone. Im Kontrast dazu bleibt die Küche mit natürlichem Eichenfurnier und weißen Corian-Flächen sehr klar.
Ein Schiebepaneel verbirgt die Geräte, wenn sie nicht gebraucht werden. Das ist eine kleine, aber wirksame Bewegung im Alltag: Die Arbeitszone tritt zurück, die Fläche bleibt ruhig. Dazu passt das Handwaschbecken aus Naturstein, hier in grau-beigem Travertin ausgeführt. In den Armaturen und Leuchten erscheint ein goldener Akzent, sparsam gesetzt und nicht als Dekoration im Vordergrund. Diese Mischung aus Naturstein, Holz und hellem Material verleiht dem Innenraum eine klare Haptik, ohne ihn zu beschweren.
Ein Badezimmer mit runder Spiegelkante und Steinoberflächen
Die Bäder setzen andere Akzente als Wohn- und Küchenbereich. Ein runder Spiegel bricht die rechte Winkel der Möbel und Fliesen, während das Natursteinmöbel die Fläche darunter ruhig hält. Das ist ein kleiner, aber sichtbarer Wechsel in der Raumgeometrie. Auch hier bleibt die Materialwahl zurückgenommen: Stein, klare Flächen und einzelne goldene Details an Armaturen und Lichtpunkten. Nichts drängt sich vor die große Geste des Hauses, aber die Nassbereiche tragen dieselbe Sprache weiter.
Im Masterbereich öffnet sich der Raum stärker. Aus Dusche und Bad fällt der Blick in den Garten, sodass auch dort die Beziehung nach außen erhalten bleibt. Die obere Etage wird über eine helle Treppe erschlossen, deren Sichtbezug den Weg in die Nachthalle markiert. Das Licht zieht an den Wänden entlang und macht die Erschließung lesbar, bevor man die Zimmer erreicht. Zwei Schlafzimmer mit Bad liegen dort ebenfalls, während das Hauptschlafzimmer offen aufgefasst ist und den Außenraum noch einmal anders einbindet.
Obergeschoss mit Licht, Blick und klarer Erschließung
Die Nachthalle wirkt nicht wie ein bloßer Verteiler. Der Blick in die Höhe und auf die gegenüberliegenden Bäume zieht einen durch den Raum. Von hier aus zeigt sich, wie konsequent der Grundriss auf Orientierung reagiert. Der Wechsel zwischen Licht, Wand und Öffnung bleibt kontrolliert, auch oben. Die Zimmer liegen in einer Abfolge, die nicht auf Symmetrie setzt, sondern auf den Weg vom Treppenlauf bis zur Tür. Gerade diese Zurückhaltung gibt dem Obergeschoss Ruhe.
Der Hauptschlafraum ist offener gedacht als die übrigen Zimmer. Bad und Dusche stehen nicht als abgeschlossene Suite im Vordergrund, sondern als Teil eines Raums, der den Garten mitdenkt. Damit bleibt die Verbindung zum Außenraum in einer privaten Zone erhalten, ohne die Grundrisslogik zu verlieren. Auch hier helfen große Glasflächen, die Umgebung einzubeziehen. Das natürliche Licht verändert die Oberflächen im Tageslauf und macht die Materialwahl im Inneren deutlicher sichtbar als jede dekorative Geste.
Ein Gartenhaus mit eigener Sprache
Abgesetzt vom Wohnhaus steht die Gartenbergung zwischen hohen Buchen. Sie folgt einer anderen Architektur: ein kompaktes, fast scharf geschnittenes kleines Haus mit geneigtem Dach, schwarzen breiten Brettern und einem schwarzen Zinkdach. Gerade weil es sich vom Hauptbau löst, wirkt es ruhig und eindeutig. Die dunkle Hülle nimmt den Baumstämmen etwas von ihrer Strenge auf und verschwindet zugleich nicht im Hintergrund. So ergänzt das Nebengebäude die Anlage, ohne den offenen Charakter von Haus, Patio und Terrasse zu stören.
Insgesamt lebt das Projekt von der Abstimmung zwischen Blick, Raum und Material. Die moderne villa mit großen glasflächen nutzt die natürliche Umgebung, schließt aber nicht alles auf einmal auf. Sie gibt den schönen Ausblicken Platz, blendet den weniger günstigen Bezug auf das Aspergenfeld aus und hält die Abendsonne über die offene Terrassenseite im Spiel. Innen greifen Naturstein, Nussbaum-Furnier, Eiche und helle Flächen ineinander. Außen ordnen Mauerwerk, Glas und Wasserbecken die Szene. Genau daraus bezieht das Haus seine Klarheit.
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