Lamellen erzeugen Licht und Schatten im Treppenhaus
Vor der Eingangsfassade zeichnen vertikale Lamellen ein ruhiges Raster in die Ansicht. Sie nehmen das Tageslicht auf, brechen es in schmalen Streifen und lenken es ins Innere. Dort wird vor allem das Treppenhaus zum Ort der Licht und Schatten Wirkung: nicht laut, nicht dekorativ, sondern als sichtbare Folge der schmalen Abstände und der dunklen Profile. Zwischen den Lamellen und den angrenzenden Fassadenflächen entsteht ein Wechsel aus Offenheit und Abschirmung, der den strengen Linien des Hauses folgt.
Ein Lamellenraster, das die Fassade ordnet
Von außen wirkt die Front wie aus klaren Bahnen aufgebaut. Die vertikalen Lamellen stehen vor Natursteinflächen, daneben liegen dunkle Fenster- und Paneelzonen, die den Kontrast schärfen. Das Raster ist nicht aufdringlich, aber deutlich genug, um die Fassade mit Lamellen-Raster als eigenständigen Teil der Architektur lesbar zu machen. Besonders im Zusammenspiel mit den schwarzen Rahmen und den präzisen Öffnungen bekommt der Baukörper eine ruhige Gliederung, die sich über die gesamte Front zieht.
Die Steinstruktur bleibt dabei sichtbar und spielt gegen die feinen Linien der Lamellen. Wo der Naturstein grobkörniger erscheint, schneiden die schmalen Lamellenflächen eine leichtere Ebene davor. Das Auge wandert zwischen beidem hin und her: massiver Wand, dunkler Öffnung, filigranem Filter. Gerade diese Abfolge macht die vertikale Lamellen nicht nur zu einem Schattenspender, sondern zu einem präzisen Mittel, um die Front zu staffeln und das Licht schon an der Außenseite zu führen.
Lamellen Licht und Schatten im Treppenhaus
Im Inneren zeigt sich, was der Lichtfilter durch Lamellen im Alltag bewirkt. Das Tageslicht kommt nicht als flächige Helligkeit an, sondern in Linien und Abstufungen. Im Treppenhaus liegen helle Streifen auf Wand, Decke und Stufen, dazwischen bleiben dunklere Zonen stehen. Die Lamellen im Treppenhaus machen diese Verschiebung sichtbar. Die Treppe selbst bleibt offen ablesbar, doch die Lichtführung verändert sich mit dem Stand der Sonne und mit der Position im Raum.
Gerade an der Treppenwand entsteht ein feines Geflecht aus vertikalen und horizontalen Akzenten. Die Lamellenstruktur wirft Schatten auf die Fläche, während einzelne Lichtbänder über die Kanten der Stufen laufen. Dadurch wirkt der Aufstieg nicht geschlossen, sondern in Schichten aufgebaut. Das Bild ist klar und zurückhaltend zugleich. Wer die Treppe nutzt, erlebt die Licht-und-Schatten-Wirkung aus kurzer Distanz, auf Augenhöhe mit den Profilen und den schmalen Zwischenräumen.
Zwischen Tageslicht und Abendlicht
Am Abend verschiebt sich der Eindruck. In den Öffnungen der Fassade erscheinen die Lamellen beleuchtet, während die dunklen Rahmen den Rand der Flächen betonen. Das Raster bleibt erkennbar, nur die Helligkeit kommt nun von innen zurück nach außen. In der Aufnahme mit Nachtlicht zeigt sich, wie die Lamellen nicht nur Tageslicht filtern, sondern auch im Dunkeln eine Struktur geben. Der Baukörper verliert seine Lesbarkeit nicht; er wechselt lediglich die Art, wie er auftritt.
Auch die Außenräume tragen zu diesem Eindruck bei. Vor der Glasfront liegt eine Terrasse mit Betonfläche und einem Wasserbecken, das Licht und Innenraum spiegelt. Die Reflexionen greifen die vertikalen Linien der Lamellen wieder auf, ohne sie zu kopieren. So entsteht eine Verbindung zwischen Terrasse, Fensterzone und dem darüberliegenden Raster. Das Haus bleibt in den Details kontrolliert, aber nicht statisch: Licht bewegt sich über Stein, Glas, Metall und Wasser und macht die verschiedenen Schichten der Ansicht erkennbar.
Kontrast aus Stein, Metall und offenen Flächen
Die Materialfolge ist einfach ablesbar. Naturstein bildet den schweren Hintergrund, Metall definiert die schmalen Lamellen, und die dunklen Fensterflächen setzen klare Öffnungen dagegen. Diese drei Ebenen geben der Fassade Tiefe, ohne sie zu überladen. Die Lamellen an Natursteinfassade wirken deshalb nicht wie ein aufgesetztes Element, sondern wie eine zusätzliche Schicht, die den Baukörper neu fasst. Besonders dort, wo dunkle Rahmen an den Stein stoßen, wird die Kante präzise und ruhig zugleich.
Im Detail zeigen sich auch kleine Verschiebungen: reflektierende Metallteile, dunkle Unterseiten, schmale Kanten im Übergang zwischen Wand und Öffnung. Solche Stellen ziehen den Blick an, weil sie das Licht anders aufnehmen als die Steinflächen. Das Ergebnis ist kein flächiges Bild, sondern ein Wechselspiel aus matten und glänzenden Partien. Genau darin liegt die Stärke der vertikalen Lamellen: Sie ordnen nicht nur, sie reagieren auch auf ihre Umgebung und verändern den Eindruck je nach Standpunkt.
Die Treppe als Ort der wechselnden Schatten
Im Treppenraum selbst verläuft die Bewegung nach oben durch ein Feld aus Schattenlinien. Die offene Treppe mit dunkler Leiste und klaren Stufenprofilen steht neben der Lamellenstruktur, die das Licht bricht. Dadurch wird der Weg nach oben lesbar, Schritt für Schritt. An manchen Stellen laufen die Schatten horizontal unter den Lamellen entlang, an anderen ziehen sie senkrecht über die Wand. Das schafft eine ruhige Abfolge, die nicht auf Effekt, sondern auf Wiederholung beruht.
Je näher man an die Lamellen herantritt, desto stärker treten die Zwischenräume hervor. Sie bestimmen, wie viel Licht in den Raum fällt und wie deutlich sich die Konturen der Treppe abzeichnen. Gerade diese Nähe ist wichtig für den Eindruck des Hauses: Das architektonische Detail zeigt sich nicht erst aus der Ferne, sondern im täglichen Durchgang. Lamellen Licht und Schatten wird hier zu einer räumlichen Erfahrung, die sich zwischen Fassade und Innenraum fortsetzt und im Treppenhaus ihren stärksten Moment findet.
Fotografie – Thom Spierenburg
Beitragende:
Architektur – Rob Zeelen
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