Penthouse-Innenraum mit langer Küche und Kaminwand
Der helle Gussboden läuft ruhig durch den Raum und hält die dunklen Holzwände auf Distanz. Genau daraus bezieht dieser Penthouse-Innenraum seine Spannung: aus langen Linien, klaren Einschnitten und einem Materialwechsel, der jede Zone lesbar macht. Auf der dritten Etage eines Stadtgebäudes entfaltet sich eine weit gefasste Wohnlandschaft, in der die Einbauten nicht dekorieren, sondern ordnen. Küche, Wohnen und Nebenräume greifen sichtbar ineinander, bleiben aber über Wandverkleidungen, Nischen und Proportionen eindeutig voneinander getrennt.
Eine lange Küche als Rückgrat des Grundrisses
Die lange Küche zieht sich über rund neun Meter durch den Raum und setzt eine starke horizontale Linie. Das große Volumen nimmt die Wand auf und führt die Blickachse weiter, statt sie zu stoppen. In der Mitte liegt eine Kücheninsel mit integriertem Esstisch, deren Länge das Arbeiten und Sitzen zusammenbindet. Die hell geaderte Arbeitsplatte zeichnet sich deutlich gegen die dunkleren Fronten ab. Dadurch entsteht ein präziser Wechsel zwischen Fläche, Kante und Öffnung, der den gesamten Penthouse-Innenraum strukturiert.
Auch an den Seiten bleibt die Küche lesbar. Offene Fächer, eingezogene Nischen und durchlaufende Paneele schaffen Stauraum, ohne die Wand zu zerschneiden. Über der Arbeitszone sitzen eingelassene Leuchten, die die Tiefe der Möbelwand betonen und die lineare Anordnung verstärken. Im Bild wirken die Elemente fast wie ein einziger Baukörper, doch die Details machen ihre Funktion klar: hier wird vorbereitet, dort wird abgestellt, an anderer Stelle sitzt man an der Insel. So bekommt die Küche Gewicht, ohne schwer zu wirken.
Kücheninsel mit integriertem Esstisch und hellem Steinbild
Die Kücheninsel mit integriertem Esstisch ist mehr als eine Arbeitsfläche mit Anhang. Der Tisch hängt optisch an der Insel und verlängert sie in den Wohnbereich hinein. Seine Stellung schafft eine Übergangszone zwischen Kochen und Essen, die im offenen Grundriss wichtig ist. Das helle, fein geaderte Steinbild der Platte setzt sich klar von den dunklen Holzflächen ab und lässt die Kanten ruhig und präzise erscheinen. Gerade dieser Kontrast trägt die gesamte Planung.
Die Kaminwand als ruhiger Gegenpol
Im Wohnbereich sitzt der eingebaute Kamin in einer durchlaufenden Wandkomposition aus dunklem Holz. Er wirkt nicht als einzelnes Objekt, sondern als Teil einer breiten, architektonischen Fläche. TV, Feuerstelle und Verkleidung greifen ineinander und bilden ein langes Wandstück, das den Raum sammelt. Vor dieser Zone liegt die helle Bodenfläche offen und frei. Der Kontrast zwischen Wand und Boden macht den Aufbau sofort verständlich und gibt dem Sitzbereich eine klare Mitte.
Die Wandverkleidung führt weiter als bloße Verkleidung. Sie nimmt Kanten auf, verschiebt Öffnungen und bindet den Kamin in eine größere Ordnung ein. In den angrenzenden Bereichen tauchen dieselben dunklen Holz-Elemente erneut auf, teils als Paneele, teils als Schrankfronten oder Nischen. Dadurch bleibt der Penthouse-Innenraum nicht fragmentiert. Statt vieler einzelner Möbel gibt es eine Folge von Einbauten, die den Blick lenken und die Breite des Grundrisses ausspielen.
Dunkle Holz-Wandpaneele, die den Raum fassen
Die dunklen Holz-Wandpaneele ziehen sich wie ein Leitband durch Wohnbereich, Küche und Gang. Ihre Oberfläche nimmt das Licht unterschiedlich auf und setzt die hellen Flächen im Raum stärker ab. Besonders im Flur zeigt sich, wie stark diese Paneele die Wahrnehmung lenken: Wände, Decke und Einbauten laufen dort auf einer Linie, während Spotleuchten die Länge des Durchgangs markieren. Die Wand wird so zum Orientierungspunkt, nicht nur zum Hintergrund.
Der helle Gussboden als Gegenpol zur dunklen Wand
Der helle Gussboden hält die Raumwirkung offen. Er spiegelt wenig, bleibt matt und lässt die Möbelkanten sauber hervortreten. Gegenüber den dunklen Paneelen entsteht kein harter Bruch, sondern ein deutlich ablesbarer Kontrast. Gerade in der großen Wohnzone verhindert diese helle Fläche, dass die Wandverkleidungen zu dominant werden. Sie gibt dem Raum eine weite, zusammenhängende Basis und macht die architektonischen Eingriffe erst richtig sichtbar.
Auch in den Übergängen wirkt der Boden als verbindendes Element. Er läuft unter der Küche hindurch, zieht sich in die Verkehrsflächen und nimmt die unterschiedlichen Nutzungen gelassen auf. Wo der Blick auf den Kamin, die Insel oder den langen Küchenkörper trifft, bleibt der Untergrund ruhig. So werden die Einbauten schärfer gefasst. Die Materialkombination ist knapp, aber nicht kühl: dunkles Holz, helle Steinplatte, matter Boden, vereinzelte Lichtpunkte an der Decke.
Wengé hinter Türen, Stauraum und Nasszonen
Toilette, Bad und Abstellraum liegen hinter einer Wengé-Fläche, die sich wie eine geschlossene Schicht in den Grundriss legt. Das Material taucht auch in anderen Räumen auf und sorgt für Wiedererkennung, ohne sich aufzudrängen. Dort, wo die Funktion zurücktreten soll, schließt die Wand ruhig ab. Im offenen Bereich dagegen bleibt sie sichtbar und knüpft die Nebenräume an die gleiche Materiallogik an. So entsteht keine lose Reihe von Räumen, sondern ein präzise gegliederter Innenraum.
Die Nebenräume sind damit nicht versteckt, sondern bewusst eingefasst. Die dunklere Oberfläche markiert ihren Ort im Grundriss und kontrastiert mit den hellen Flächen der Hauptzone. Im Zusammenspiel mit dem Gussboden und den Holzpaneelen wird klar, wie die Eingriffe funktionieren: als Orientierung, als Stauraum und als ruhige Begrenzung. Gerade diese Zurückhaltung lässt den offenen Wohnbereich breiter erscheinen und gibt den einzelnen Nutzungen deutlichere Konturen.
Durchgänge, Nischen und Licht als zweite Ebene der Planung
In den Gängen und an den Küchenwänden zeigt sich die feinere Seite des Entwurfs. Durchlaufende Paneele, integrierte Beleuchtung und kleine Aufnahmen für Stauraum begleiten die Hauptflächen. Nichts springt vor, alles bleibt in der gleichen Maßordnung. Selbst die Flure haben dadurch eine klare Richtung. Eine Reihe von Leuchten setzt den Verlauf an der Decke fort, während die Holzflächen seitlich den Rhythmus bestimmen. Das wirkt ruhig, aber nicht neutral; die Räume behalten eine lesbare Struktur.
Besonders die offenen Blickachsen machen den Penthouse-Innenraum überzeugend. Von der Küche aus reicht der Blick über die Insel hinweg in den Wohnbereich, wo der eingebaute Kamin die Wand markiert. Von dort führt die Perspektive weiter zu den hellen Flächen und den großen Fensteröffnungen. Die unterschiedlichen Zonen sind nicht mit Wänden voneinander abgeschnitten, sondern mit Material, Länge und Einbauten definiert. Genau darin liegt die Kraft dieser Innenarchitektur: Sie ordnet einen großzügigen Grundriss mit wenigen, klar gesetzten Mitteln.
Im Schlafzimmer setzt sich die Logik der Wand fort. Dunkle Paneele stehen hinter dem Bett und nehmen die Breite des Raumes auf, ohne sich aufzudrängen. Eine einzelne Wandlampe und die ruhige Holzfläche reichen aus, um den Bereich zu fassen. So bleibt der Bezug zur übrigen Wohnung erhalten. Der Penthouse-Innenraum arbeitet nicht mit wechselnden Effekten, sondern mit einer durchgehenden Sprache aus Holz, Licht und offener Fläche.
Want to see more of Remy Meijers? View the page of Remy Meijers for even more great projects and company information.







