Dries Vanlerberghe

Sanierung eines herrschaftlichen Hauses mit authentischen Details und modernem Komfort

Die erste Szene gehört der Küche: eine große Natursteinfläche zieht sich über die Insel und entlang der Wand, daneben setzen Holzfronten ruhige Akzente. In dieser Sanierung eines herrschaftlichen Hauses trifft die vorhandene Substanz auf neue Einbauten, ohne dass die alten Spuren verschwinden. Genau darin liegt der Auftrag dieses Projekts: authentische Elemente erhalten und zugleich Raum für heutige Nutzung schaffen. Der Eingriff blieb sichtbar, weil Teile der Wohnung geöffnet wurden, um neue Techniken unterzubringen.

Eine Maßküche mit Naturstein und Holz als Mittelpunkt

Die Küche ordnet den Raum mit klaren Linien. Die Insel steht als schwerer Block in der Mitte, ihre Oberfläche wirkt wie polierter Naturstein mit feiner Zeichnung. An der Wand wiederholt sich dieses Material als durchgehende Bekleidung rund um die Arbeitszone. Dazwischen sitzen Schränke in Holz, mal geschlossen, mal als offene Nische. Die Kombination aus glatten Flächen und sichtbarer Maserung gibt der modernen Küche mit Holz ein ruhiges Gefüge, das nicht auf Effekte setzt, sondern auf präzise Übergänge.

Über dem Koch- und Arbeitsbereich fällt das Licht gezielt auf die Flächen. Hängelampen markieren die Insel, im Hintergrund läuft ein Schienensystem an der Decke mit Spots weiter. So wird die Maßküche mit Naturstein nicht nur als Möbel verstanden, sondern als Teil der Architektur. Die dunkleren Fronten setzen sich gegen helle Steinflächen ab, ohne hart zu wirken. Ein offenes Fach unterbricht die geschlossenen Schrankreihen und gibt dem Block eine leichtere Lesart.

Materialwechsel an den Kanten

Besonders deutlich wird die Sorgfalt an den Kanten und Anschlüssen. Die Natursteinplatte endet sauber an den Fronten, die Fugen bleiben schmal, die Flächen schließen ruhig aneinander an. Holz und Stein stehen hier nicht als dekorativer Gegensatz nebeneinander, sondern als zwei Materialien mit klaren Aufgaben. Das Holz nimmt die Härte aus der Küchenzone, während der Stein die Arbeitsfläche und die Wand über der Spüle sichtbar bündelt. Genau so gewinnt die Renovierung eines Herrenhauses eine neue Mitte, ohne die historische Schwere zu verlieren.

Klassische Wandpaneele neben klaren Einbauten

Abseits der Küche zeigt sich die ursprüngliche Sprache des Hauses in klassischen Wandpaneelen und feinen Profilen. Die Wände sind nicht glattgezogen, sondern mit Linien gegliedert, die den Raum höher und ruhiger wirken lassen. Neue Möbel und ein eingebautes Holzdetail stehen davor, ohne die bestehende Ordnung zu verdecken. Die klassische Innenarchitektur bleibt damit nicht Kulisse, sondern ist Teil der täglichen Nutzung. Gerade durch den Wechsel zwischen Paneelwand und strenger Einrichtung wird sichtbar, wie die Renovierung eines Herrenhauses mit vorhandenen Strukturen arbeitet.

Im Wohnraum greifen Decke und Wand ineinander. Ein ausgeprägtes Gesims läuft unter der Decke entlang, darunter liegt die Beleuchtung als schmale technische Linie. Die Kombination aus Ornament, Schattenfuge und Lichtspur bringt Bewegung in die Fläche, ohne den Raum zu überladen. Fenster mit horizontalen Lamellen erscheinen im Hintergrund als weitere Schicht. Sie brechen das Licht, sodass die klassischen Wandpaneele nicht dekorativ im Vordergrund stehen, sondern in einen klaren Alltag eingebunden werden.

Der offene Kamin als ruhiger Gegenpol

Im Wohnbereich zieht der offene Kamin die Blickachse an sich. Die Feueröffnung ist mit Backstein ausgekleidet, darum liegt eine helle steinerne Umrahmung, die bis zur Wandfläche weitergeführt wird. Das Material ist einfacher als in der Küche, aber nicht weniger präsent. Der Kamin sitzt fest im Raum und bildet einen Gegenpol zu den glatten Fronten der neueren Einbauten. In dieser Szene bekommt der offene Kamin im Wohnraum eine klare Rolle: Er markiert Tiefe, Materialwechsel und die ursprüngliche Schwere des Hauses.

Auch die Umgebung des Kamins bleibt zurückhaltend. Ein Holzelement neben dem Feuerraum, die dunkle Keramik am Boden und die geradlinigen Wandfelder halten den Blick im Raum. Nichts drängt sich vor, aber jedes Detail ist lesbar. Gerade diese Ruhe lässt die Renovierung eines Herrenhauses glaubwürdig wirken. Der Raum zeigt nicht mehr, als die Materialien hergeben: Stein, Holz, Backstein, Putz, Licht. Mehr braucht es hier nicht.

Licht, Decke und Laufwege

Die Decke übernimmt in den Aufenthaltsräumen eine aktive Rolle. Spots und Schienen zeichnen die Wege nach, anstatt nur zu beleuchten. Dadurch wirken die Räume straffer organisiert, obwohl die historischen Wände bestehen bleiben. Zwischen Durchgang, Kaminzone und Sitzbereich entstehen klare Blickbeziehungen. Türen und Rahmen mit klassischer Linienführung setzen die Räume zueinander in Beziehung, ohne dass ein offener Grundriss behauptet werden müsste. Die neue Technik ist da, aber sie bleibt in den Rändern und an der Decke lesbar.

Ein Haus, das alte Flächen und neue Nutzung zusammenbringt

Die Ausgangslage war deutlich: Ein herrschaftliches Haus mit vorhandenen Details, das nicht vollständig neu erfunden werden sollte. Deshalb wurden Teile der Wohnung geöffnet, damit die Technik Platz findet und die Räume anders genutzt werden können. Der Umbau arbeitet mit dem Bestand statt gegen ihn. Das zeigt sich an den Wandflächen ebenso wie an der Küche, die als fester Einbau den zentralen Schwerpunkt übernimmt. So entsteht keine glatte Neufassung, sondern ein Innenraum, in dem Geschichte und heutige Nutzung sichtbar nebeneinander stehen.

Auf den Bildern bleibt die Materialfolge konstant: Naturstein, Holz, klassische Profile und die dunkle Linie der Beleuchtung. Daraus ergibt sich die Sprache dieser Sanierung eines herrschaftlichen Hauses. Sie lebt nicht von einem einzigen Blickfang, sondern von der Art, wie die Elemente aneinander anschließen. Eine Küche, die in die Architektur greift. Paneele, die die Wand gliedern. Ein Kamin, der den Raum sammelt. Und eine Beleuchtung, die das alles präzise ablesbar macht.

Die Fotografien halten diese Momente nah fest: die Zeichnung im Stein, die flache Kante einer Arbeitsplatte, das offene Fach im Holz, die Profilierung der Wand und den Feuerraum aus Backstein. Zusammen zeigen sie ein Interieur, das mit vorhandenen Spuren arbeitet und neue Einbauten klar positioniert. Gerade dadurch bekommt die Renovierung Herrenhaus ihren Charakter: nicht als Umdeutung, sondern als sorgfältige Weiterentwicklung des Bestehenden.

Fotografie: Annick Vernimmen

Lieferanten / Materialien: Speeckaert, Decospan, Blum, DN Steel, Flos, Art Nivo, Bouvry, Fregiric, Il Granito, Parket Vanrobaeys, Cortvriendt

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