Modernes elegantes Interieur mit Maßarbeit und Marmor
Bereits im Entrée setzt ein großer Kronleuchter den Ton: 72 dimmbare Lampen hängen an einer Konstruktion aus 12 mm Aluminiumrohr und fangen den Raum mit einer klaren, ruhigen Präsenz ein. Dahinter öffnet sich ein umfassend erneuertes Wohnhaus, das früher als Gemeindehaus diente. In dieser innenraum renovation wurde nichts isoliert gedacht. Küche, Wohnen, Ankleiden, Waschküche und Homeoffice greifen ineinander und folgen einem gemeinsamen Möbel- und Materialkonzept.
Eine Küche mit Nussbaumfurnier und Marmor bis unter die Decke
Die Küche ist der sichtbarste Teil des Hauses, aber sie wirkt nicht wie ein Einzelstück. Schappen und Fronten bestehen aus Nussbaumfurnier, die Rückwand steigt bis an die Decke und macht aus der Arbeitszone eine ruhige Fläche. Das Arbeitsblatt aus Marmor Silver Roots wurde im Bookmatch aufgebaut; die Zeichnung läuft also gespiegelt weiter und lässt die Platte geschlossen wirken. Ein großzügige Insel, ein separates Kochfeld und ein eigener Bereich zum Vorbereiten ordnen die Fläche in klare Zonen. Für die küchenplanung war die Aufteilung ebenso wichtig wie die Materialwahl.
Links sitzt ein hoher Schrank mit großem Kühlschrank, außen breiter gefasst als die übrigen Elemente. Diese Verschiebung nimmt dem Block die Schwere. Vor der Küchenzeile liegt ein Boden mit warmem Holzton, darüber hängen Ringleuchten in einer strengen Achse. Die offene Zone bekommt so eine deutliche Linie, ohne an Offenheit zu verlieren. Auch akustisch wurde mitgedacht: Lautsprecher und Woofer sind in der Decke und im Kochbereich integriert. Die technische Ebene bleibt unsichtbar, während die Oberfläche aus Holzfurnier und Marmor die Aufmerksamkeit hält.
Bar, Backbereich und Geräte außer Sicht
Neben der eigentlichen Kochzone liegt eine separate Bar für Kaffee und Getränke. Sie ist als eigener kleiner Arbeitsort lesbar, nicht als Zusatzfläche. Die Backgeräte stehen in der Nebenküche und verschwinden damit aus dem Blickfeld der Hauptzone. Das Haus zeigt hier eine klare Hierarchie: was oft genutzt wird, bleibt in Reichweite; was mehr Platz braucht, wandert in den Hintergrund. Für die Nutzung zählt diese Ordnung mehr als jede dekorative Geste. Die Materialien bleiben trotzdem präsent, weil die Marmorflächen und die dunklen Holztöne die Barzone mit der restlichen Küche verbinden.
Geräte von Bora Professional, Liebherr, Miele, Siemens, Gaggenau, Quooker und Reginox sind eingebunden, doch sie dominieren nicht das Bild. Entscheidender ist die Art, wie die Funktionen in den Einbauten verschwinden. Genau darin liegt die Wirkung dieser maßgefertigte einbauten: Fronten, Nischen, Arbeitsbereiche und Technik werden zu einer lesbaren Architektur. Die Küche bleibt offen, aber sie ist in klaren Feldern organisiert. Selbst die breite Rückwand trägt dazu bei, weil sie die Höhe des Raums betont und die Marmorfläche wie eine ruhige Kulisse fasst.
Dunkle Einbaumöbel, offene Nischen und Licht im Raum
In mehreren Bereichen zeigt sich eine dunkle einbaumöbel wand mit offenen Nischen und integrierter Beleuchtung. Die Fächer setzen kleine Pausen in die Fläche und geben den Einbauten Tiefe. Gerade in Kombination mit dem Licht werden die Möbel nicht nur zu Stauraum, sondern zu einer eigenen Wandarchitektur. Die dunklen Flächen nehmen sich zurück, während die Ausleuchtung die Kanten und Zwischenräume lesbar macht. So entstehen Übergänge, die man im Vorbeigehen wahrnimmt: von geschlossener Front zu offenem Fach, von dunklem Holz zu hellem Raum.
Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Haus. Im Entrée steht der Kronleuchter im Zentrum, in den Einbauten erscheinen Nischen mit Licht, und auch im Küchenbereich lenken Linien und Flächen den Blick. Die Materialfolge bleibt dabei konstant: Nussbaumfurnier, Marmor, Glas und Holz. Nichts wird laut inszeniert. Stattdessen entsteht eine präzise Abfolge von Flächen, in der sich die Räume gegenseitig stützen. Die lichtplanung ist dabei nicht dekorativ, sondern räumlich: Sie ordnet, betont und führt.
Ein Marmorkamin als klare Linie zwischen Wohnen und Durchgang
Im Wohnzimmer zieht eine Durchsichtshaut mit Marmorverkleidung den Raum zusammen. Der Kamin ist von mehreren Seiten lesbar und bildet mit dem Stein eine feste Achse zwischen den Blickrichtungen. Das Feuer sitzt nicht als einzelnes Objekt im Raum, sondern als Teil einer offenen Verbindung. Gleichzeitig bleibt die Umgebung aufgeräumt: Eine Klimageräte-Einheit wurde so weggearbeitet, dass sie nicht sichtbar ist. Dadurch bleibt die Wand ruhig und der Kamin kann die Stelle übernehmen, an der der Blick hängen bleibt. Der marmorkamin gibt dem Wohnbereich eine klare Mitte, ohne die Wege zu blockieren.
Auch hier hilft das Material bei der Orientierung. Der Stein wiederholt die Sprache der Küche, aber in einer anderen Funktion. Dort trägt er die Arbeitsfläche und Rückwand, hier fasst er die Feuerstelle. Die Wiederholung ist bewusst, nicht dekorativ. Sie verbindet die Räume, ohne sie gleichzumachen. Im Hintergrund lässt sich außerdem die angelegte Weinkellerlösung erwähnen, die das Haus um einen weiteren Nutzraum ergänzt. So entsteht eine Abfolge von öffentlichen und privaten Bereichen, die sich nicht gegenseitig überlagern.
Der Kronleuchter im Entrée und die Kontrolle über das Licht
Der große Kronleuchter im Eingangsbereich ist mehr als ein Blickfang. Mit seinen 72 dimmbaren Lampen verteilt er das Licht fein über die Höhe des Raums, während das Aluminiumrohr die Konstruktion leicht wirken lässt. Gerade im ersten Eindruck ist diese Kombination wichtig: oben filigran, unten klar platziert. Der Blick wird nach oben gezogen, bevor er in die Wohnbereiche weiterwandert. So beginnt die lichtplanung nicht an der Decke, sondern bereits beim Eintreten. Der Leuchtkörper setzt den Maßstab für den Rest des Hauses.
Dass diese Leuchte in der eigenen Werkstatt gefertigt wurde, merkt man der Ausführung an: Sie ist nicht ornamental, sondern präzise auf den Raum abgestimmt. Im Zusammenspiel mit den Einbauten und den Marmorflächen entsteht ein Wechsel zwischen konzentrierten Punkten und ruhigen Flächen. Das Haus lebt nicht von Effekten, sondern von Abstufungen. Helle Akzente im Entrée, lineares Licht in den Nischen, gezielte Beleuchtung über der Insel und zurückhaltende Spots in den Nebenräumen bilden ein zusammenhängendes System.
Begehbarer Kleiderschrank, Waschküche und Arbeitszimmer oben
Im Obergeschoss verschiebt sich der Schwerpunkt von der repräsentativen Geste zur präzisen Nutzung. Die Waschküche wurde verkleidet, der begehbarer kleiderschrank erhielt eine flache Front mit schlankem Rahmen. Das Sitzbankelement ist mit Alphenberg Leder bezogen und setzt einen ruhigen, weichen Abschluss zwischen Stauraum und Ankleidebereich. Durch die geringe Tiefe der Rahmen wirkt der Schrank nicht schwer, obwohl er als vollwertiger Raum funktioniert. Die Oberfläche bleibt geschlossen, die Handhabung klar.
Der Sohn verfügt über einen eigenen begehbaren Kleiderschrank und ein eigenes Bad. Auch die Badmöbel wurden entworfen, gefertigt und montiert. Das zeigt, wie weit der Innenausbau in diesem Haus reicht: von den großen öffentlichen Zonen bis zu sehr persönlichen Räumen. Für das Homeoffice entstanden Schränke und ein Schreibtisch, dessen Platte aus einem einzigen Stück massiver Eiche gefertigt ist. Die Maserung läuft über die gesamte Länge weiter und gibt dem Arbeitsplatz ein ruhiges, festes Zentrum. Genau hier wird der Vorteil von maßgefertigte einbauten besonders deutlich.
Weil jede Zone eigene Anforderungen hat, bleibt das Projekt auch im Detail lesbar. In der Waschküche wird verkleidet, im Kleiderschrank wird gegliedert, im Büro wird Arbeitsfläche geschaffen. Kein Raum wiederholt einfach den anderen. Doch die Materialien halten sie zusammen: Eiche, Leder, Marmor, Nussbaumfurnier und glatte lackierte Flächen. Das Ergebnis ist ein Haus, in dem die Einbauten nicht an die Wände gestellt werden, sondern die Räume selbst formen.
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