Natürlicher Stadtgarten mit Überdachung
Zwischen grauen Betonplatten, gebrannten Ziegeln und dicht gesetzten Blättern entfaltet sich ein natürlicher Stadtgarten, der von Anfang an auf Schichtung setzt. Der Außenraum liegt nah am Haus, wechselt aber rasch in ruhigere Zonen mit Gras, Beeten und einer Überdachung. Die Planung arbeitet mit Blickachsen, Materialwechseln und einer klaren Raumfolge, ohne den Garten zu glätten. Gerade das Zusammenspiel aus Terrassenfläche, Pflanzung und mittiger Gliederung gibt dem Projekt seine Eigenart.
Ein Stadtgarten mit Überdachung und klarer Raumfolge
Der Garten wurde in zwei Phasen angelegt. Zuerst entstand die Gartenanlage im Herbst 2017, zwei Jahre später kam die Überdachung hinzu. Diese zeitliche Staffelung ist im Aufbau gut lesbar: Terrasse, Rasen und Pflanzflächen stehen nicht nebeneinander wie einzelne Elemente, sondern greifen ineinander. Die Überdachung markiert den geschützten Bereich am Rand des Gartens und erweitert den Stadtgarten um einen Platz, der auch bei wechselndem Wetter nutzbar bleibt. So entsteht ein Außenraum mit mehreren Aufenthaltsorten, aber ohne harte Trennung.
Die Bepflanzung trägt viel zur Wirkung bei. Große Blätter, schmale Halme und unterschiedliche Höhen schieben sich übereinander und machen die Gartenfläche lebendig, ohne unruhig zu wirken. Statt kurzer Blickfänge bestimmt hier die Masse des Grüns den Eindruck. Das Auge wandert von der niedrigen Randpflanzung über die mittleren Stauden bis zu den höheren Partien, die den Raum fassen. Genau darin liegt die Stärke des natürlichen Stadtgartens: Er nutzt Pflanzen nicht als Dekor, sondern als räumliches Material.
Betonplatten Terrasse und gebrannte Ziegel im Wechsel
Unmittelbar am Haus liegt die Terrasse aus großen, grauen Betonplatten Terrasse. Ihre ruhige Fläche bildet einen Gegenpol zur dichter gesetzten Bepflanzung. Der Belag ist sachlich, aber nicht kühl; die breite Fuge und die hellgraue Oberfläche lassen den Sitzbereich klar ablesen. Weiter im Garten führt ein Ziegelpflaster Weg aus alten gebrannten Klinkern, im Ellenbogenverband verlegt. Die Legung bringt Bewegung in die Fläche und passt gut zur Architektur des Hauses aus den 1930er-Jahren, ohne sich in Nostalgie zu verlieren.
Die Übergänge zwischen den Materialien sind präzise gesetzt. Wo Betonplatten enden und Grün beginnt, bleibt der Rand lesbar. Wo der Ziegelweg den Garten durchzieht, werden die Kanten sauber gefasst. Dadurch wirkt die Anlage nicht beliebig, obwohl sie viele Elemente aufnimmt. Der Weg führt nicht nur von A nach B, sondern ordnet die Flächen dazwischen. Gerade in einem Stadtgarten ist das wichtig: Jeder Quadratmeter bekommt eine Aufgabe, und doch bleibt genug Raum für offene Sichtlinien.
Monumentale Betonelemente als Mittelstück
Im Zentrum stehen große Betonblöcke und eine XL-Betonplatte, vor Ort auf Maß gefertigt. Diese Elemente sind mehr als dekorative Setzungen. Sie teilen den Garten in Abschnitte, lenken den Blick und geben dem Gesamtbild Tiefe. Von verschiedenen Standpunkten aus erscheinen sie mal als niedrige Schwelle, mal als klare Kante im Rasen. Die massiven Formen setzen einen ruhigen Gegenpol zu den feineren Blättern in den Beeten. Der Garten gewinnt dadurch eine fast architektonische Ordnung, obwohl er natürlich bepflanzt ist.
Auch die Hardhouten-Pergola entlang der Grundstücksgrenze unterstützt dieses Raumgefühl. Ihre Pfosten stehen nicht dicht an dicht, sondern lassen Zwischenräume, durch die der Garten länger wirkt. Die besondere Verteilung der Stützen und die sichtbaren Holzverbindungen geben dem Bauteil einen eigenen Rhythmus. Zusammen mit den Betonelementen entsteht eine Folge aus schweren und leichteren Linien. Der natürliche Stadtgarten bekommt so Halt, ohne an Offenheit zu verlieren.
Überdachung Terrasse als geschützter Aufenthaltsort
Die Überdachung bringt einen deutlichen Wechsel in den Garten. Ihr gebogenes Dach nimmt die organischen Formen der Pflanzung auf und setzt sich zugleich von den geraden Kanten der Terrassenplatten ab. Die Konstruktion wirkt durch die Kombination aus Cortenstahl und kräftigen Azobé-Holzpfosten eigenständig, fast schwebend auf der Fläche. Unter der Terrasse unter Überdachung steht eine Sitzgruppe, die den Außenraum in einen zweiten Wohnort verwandelt, ohne ihn zu überinszenieren. Die Materialien bleiben ablesbar, auch wenn man darunter sitzt.
Die dunkle Holzwand im Hintergrund rahmt diesen Bereich und nimmt ihm die Härte des offenen Gartens. Von hier aus sieht man die Überdachung nicht als Anbau, sondern als Teil einer Abfolge: Boden, Dach, Wand, Pflanzung. Das große Volumen bleibt leicht genug, um nicht zu dominieren, und dennoch klar genug, um den hinteren Bereich zu fassen. Gerade bei wechselndem Licht zeigt sich, wie stark die gebogene Dachlinie den Raum zusammenzieht und den Sitzplatz konzentriert.
Feuerschale Garten und Abendlicht
Am hinteren Ende liegt der geschützte Aufenthaltsbereich mit Feuer- und Haardstelle. Die Feuerschale Garten steht auf einer Betonfläche, Holzscheite sind sichtbar gestapelt, und die Umgebung bleibt bewusst schlicht gehalten. Diese Zurückhaltung lässt den Ort arbeiten: Das Feuer setzt den eigentlichen Akzent, nicht eine üppige Möblierung. Wenn am Abend die Deckenstrahler eingeschaltet werden, zeichnen sie die Kanten der Überdachung und den Sitzbereich nach. Das Licht bleibt punktuell und greift nicht in die übrige Gartenszene ein.
Auch die Bilder der Gartenanlage zeigen, wie sorgfältig die Route durch den Raum geführt wird. Ein gepflasterter Weg mit klaren Rändern zieht sich an den Beeten vorbei, daneben liegen Betonplatten und niedrige Grüninseln. Die Hangmatte im hinteren Bereich deutet einen Ort zum Verweilen an, ohne ihn zu beschweren. So bleibt der Garten vielseitig nutzbar: Terrasse, Laufweg, Rasen und Rückzugsort liegen nah beieinander, aber jeder Abschnitt behält seine eigene Oberfläche und Proportion.
Materialien, die den Garten zusammenhalten
Das Projekt lebt von einer kleinen Zahl klarer Materialien. Grauer Beton, gebrannte Ziegel, Holz und Stahl reichen aus, um den Garten zu ordnen. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Art, wie die Flächen gegeneinander gesetzt sind. Die Betonplatten Terrasse bilden die ruhige Basis. Der Ziegelpflaster Weg bringt Struktur. Die Überdachung markiert den geschützten Bereich. Dazwischen liegt viel Grün, das die harten Kanten aufnimmt und aufweicht, ohne sie zu verdecken.
Gerade deshalb wirkt der Stadtgarten nie überladen. Die großen Betonkörper geben Gewicht, die Pflanzen bringen Bewegung, und die Überdachung schafft einen Ort, an dem man länger bleibt. Das Projekt zeigt, wie ein Stadtgarten mit Überdachung auch auf kleiner Fläche unterschiedliche Stimmungen aufnehmen kann, wenn Material, Wegführung und Bepflanzung präzise aufeinander reagieren. Am Ende bleibt ein Garten mit deutlichen Kanten, viel Blattstruktur und einem klaren Platz für den Abend.
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