Historische Wohnhausrenovierung mit luxuriösen Apartments
Helles Holz, ruhiger Stein und klare Linien prägen die historische Wohnhausrenovierung, aus der zwei groß geschnittene Apartments hervorgegangen sind. Beide Einheiten sind über einen Lift verbunden und verteilen sich jeweils auf zwei Ebenen. Schon im Eingang zeigt sich, wie präzise hier mit Material und Raum gearbeitet wurde: Sichtachsen bleiben offen, Übergänge wirken lang gezogen, und das Licht findet in Küche, Wohnbereich und Bad immer wieder neue Flächen. Die Wohnungen sind für zwei Brüder und ihre Familien eingerichtet; sie teilen dieselbe Gebäudestruktur, lesen sich aber als zwei eigenständige Wohnwelten.
Ein altes Stadthaus, neu als Doppelwohnung gedacht
Die Grundidee ist einfach und anspruchsvoll zugleich: Aus einem historischen Stadthaus wurden mehrere luxuriöse Apartmentinterieurs entwickelt, ohne den Charakter des Hauses zu verlieren. Statt Räume zu schließen, wird die Bewegung durch die Geschosse betont. Der Lift verbindet die beiden Wohnungen funktional, die Treppe bleibt als räumliches Rückgrat sichtbar. In den Gemeinschaftsbereichen erscheinen warme Neutraltöne, dunkle Akzente und sorgfältig gesetzte Einbauten. So entstehen maßgefertigte Innenräume, die nicht auf Effekt setzen, sondern auf eine klare Abfolge von Räumen, Oberflächen und Blicken.
Offene Küche mit Tageslicht und ruhiger Materialspannung
Im unteren Apartment liegt die offene Küche mit Tageslicht im Zentrum des Alltags. Großzügige Öffnungen lassen den Raum weit wirken, während Holz und Marmor die Fläche gliedern. Das Kochfeld sitzt auf einer Insel mit gerundeter Marmorplatte; darüber hängt eine organisch geformte Leuchte, die den langen Tisch- und Arbeitszonen eine weichere Kontur gibt. Auf der Arbeitsfläche steht eine schlanke Armatur in dunklem, gebürstetem Finish über einem schmalen Becken. Der dunkle Ton nimmt die Holzverkleidung der Fronten auf und setzt sich gegen den geäderten Stein ab, ohne laut zu werden.
Auch die Wohnzone unten bleibt nah am Material. Ein Kamin steht neben einem Kronleuchter, dazu kommen helle Beige- und Cremetöne, die den Raum nicht glätten, sondern die Konturen der Möbel sichtbar lassen. Stoffe, Sitzmöbel und die lange Raumtiefe arbeiten zusammen, ohne sich gegenseitig zu überdecken. Die offene Küche mit Tageslicht schließt räumlich an diesen Bereich an, sodass Kochen, Essen und Sitzen ineinander übergehen, aber jeweils eine eigene Stimmung behalten.
Schiebetüren, die Schlafzimmer und Bad wie eine Suite verbinden
Im unteren Geschoss liegt die private Zone deutlich geschlossener. Schlafzimmer, Bad und Ankleide sind über Schiebetüren miteinander verbunden und erscheinen dadurch wie eine kompakte Suite. Die Wege bleiben kurz, die Räume behalten dennoch ihre Eigenständigkeit. In der Ankleide sitzt eine Wandarmatur mit klarer Formensprache neben Spiegel, Becken und Leuchten und ordnet die Wandfläche fast wie ein grafisches Detail. Im Bad tritt Marmor mit dunkler Maserung neben Holz; die Materialien sind nicht dekorativ verteilt, sondern führen die Flächen von der Waschtischzone bis zu den Wänden.
Gerade hier zeigt sich, wie maßgefertigte Innenräume funktionieren können. Nischen, Türen und Möbelkanten schließen bündig aneinander an. Nichts wirkt zufällig platziert. Die gebürstete Oberfläche der Armatur bleibt zurückhaltend, damit Stein und Holz den Ton angeben. Durch diese Zurücknahme bekommt der Raum eine ruhige Dichte, die auf präzisen Übergängen basiert: von matt zu glatt, von Holz zu Stein, von offen zu geschlossen.
Gartenanschluss mit kleinem Haus für Arbeit und Gäste
Das untere Apartment öffnet sich direkt zum angelegten Garten. Dort steht ein kleines Gartenhaus als Büro und Gästehaus, ein zusätzlicher Raum, der den Außenbereich nicht nur als Blick, sondern als nutzbare Erweiterung lesbar macht. Die Pflasterung, dunklen Einfassungen und die klare Abgrenzung der Flächen geben dem Garten Struktur. Von innen betrachtet erweitert der Anschluss an das Grün die Erdgeschosszone; von außen ergänzt das Gartenhaus die Abfolge aus Wohnen, Arbeiten und Empfangen um einen eigenen kleinen Punkt im Gelände.
Auch im Materialwechsel bleibt die Sprache des Projekts konstant. Holz, Stein und die dunkleren Metallakzente setzen sich draußen nicht wortwörtlich fort, aber die Logik der Räume bleibt dieselbe: ruhige Flächen, präzise Kanten und kurze Wege. Dadurch bekommt das untere Apartment eine seltene Offenheit, ohne an Klarheit zu verlieren. Die direkte Beziehung zwischen Innenraum, Garten und kleinem Nebengebäude macht diesen Teil des Hauses besonders greifbar.
Oberes Apartment mit Dachterrasse und Balkon auf jeder Ebene
Im oberen Teil des Gebäudes verschiebt sich die Stimmung. Hier bestimmen grüne und goldene Akzente das Bild, und auf jeder Ebene gibt es einen Balkon oder eine Dachterrasse. Schon im Treppenhaus setzt ein Arrangement aus Geweihen und ein Ölgemälde mit Jagdmotiv einen nostalgischen Ton. Diese Elemente stehen nicht allein für Dekor, sondern markieren den Wechsel in eine Wohnung, die Erinnerungen und Gegenwart bewusst gegeneinander schneidet. Die offenen Grundrisse bleiben erhalten, wirken aber durch Farbe und Bildwelt deutlich anders als unten.
Die Dachterrasse und der Balkon geben der oberen Wohnung mehrere Außenbezüge. Statt nur einen Ausblick anzubieten, teilen sie den Alltag in unterschiedliche Momente: ein kurzer Schritt ins Freie, ein längerer Aufenthalt draußen, ein Blick von oben auf die Dachlandschaft. Diese Aufteilung auf mehreren Ebenen passt zur inneren Organisation des Apartments, das ebenfalls über zwei Geschosse geführt wird. So entsteht eine Abfolge, bei der Innen- und Außenraum eng aufeinander reagieren.
Bad mit Marmor und Holz als ruhiger Gegenpol
Das Bad des oberen Apartments zeigt die präziseste Zurückhaltung im ganzen Projekt. Bosgrüne Wandfliesen, dunkles Holz am Waschtisch und eine runde Spiegelfläche bilden den Hintergrund für eine reduzierte Wandarmatur in gebürstetem Platin. Die klare Form setzt einen kühlen Punkt in die Komposition und gibt dem Raum Spannung, ohne die Materialtiefe zu stören. Der runde Spiegel im Bad nimmt die strengen Kanten der Fliesen auf und bricht sie mit einer weicheren Kontur.
Daneben führt die Nähe zum Schlafzimmer die Räume auch hier als zusammenhängende Sequenz. Die expressive Wandgestaltung im Schlafraum greift Farben und Stimmungen des Bades auf, ohne sie zu wiederholen. Gerade diese Verschiebung macht das obere Apartment lesbar: grüne Flächen, dunkles Holz und metallische Akzente stehen nebeneinander, während der Grundriss offen bleibt. In den Badezimmern arbeiten Stein, Holz und Licht besonders konzentriert, sodass das Bad mit Marmor und Holz nicht als Nebenraum wirkt, sondern als ein eigener, genau komponierter Teil der Wohnung.
Fotografie – Mart Goossens
Beiträge:
Innenarchitekten Sebastiaan van Maanen und Rames Caesar
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