Haus renovieren mit Vide für mehr Tageslicht
Eine breite Öffnung im Obergeschoss verändert hier den ganzen Eindruck des Hauses. Durch die Haus renovieren-Planung mit Anbau ist aus einer Wohnimmobilie aus den 1970er-Jahren ein klar gegliederter Innenraum geworden, in dem Licht über mehrere Ebenen fällt. Die Vide zieht den Blick nach oben, die große Verglasung setzt die Räume in Szene, und die Holzflächen am Boden halten den Eindruck ruhig. Statt geschlossener Zimmerfolge entsteht ein Haus, das sich mit wenigen, präzisen Eingriffen neu ordnet.
Die Vide als räumlicher Schnitt
Die wichtigste Veränderung liegt nicht in einem Möbelstück, sondern in einem Schnitt durch das Volumen. Im ersten Obergeschoss wurde ein Meter der hinteren Wand entfernt, wodurch die Vide entstand. Genau dieser Eingriff schafft die spürbare Weite im Haus. Von unten bleibt der Blick frei, von oben öffnet sich die Decke. Das Ergebnis ist kein dekorativer Effekt, sondern ein Wohnraum mit Vide, der Höhe, Abstand und Tageslicht unmittelbar erfahrbar macht. Die Öffnung verbindet die Ebenen, ohne sie optisch zu glätten.
Mehr Tageslicht durch Vide zeigt sich hier nicht nur als hellerer Raum, sondern als wechselnde Lichtzone über den Tag. Die großen Fensterflächen nehmen das Licht auf und verteilen es in den Wohnbereich. Horizontale Jalousien brechen die Fläche in feine Streifen, sodass die Wand nicht hart wirkt, sondern in einem abgestuften Rhythmus erscheint. Gerade in Kombination mit den dunklen Akzentwänden bekommt das Licht Kontur. Es wandert über den Boden, trifft auf die Einbauten und macht die Tiefe des Grundrisses lesbar.
Wohnen zwischen Kaminwand und Maßarbeit
Im Wohnzimmer zieht die eingebaute Kaminwand die Aufmerksamkeit an sich. Die dunkle Wandzone läuft ruhig durch den Raum und fasst die Einbaufläche zusammen, ohne sie zu überladen. Daneben steht eine maßgefertigte Schrankwand mit offenen Nischen und glatten Fronten. Das Möbel nimmt die Linien der Architektur auf und hält Kabel, Bücher oder kleine Gegenstände aus dem Blick. So entsteht eine klare Wandfolge: dunkel, geschlossen, dann wieder offen. Der Raum bleibt aufgeräumt, aber nicht steril.
Die breite Holzoberfläche am Boden bringt eine andere Temperatur in die Zone. Sie läuft durch mehrere Räume und verbindet Sitzen, Durchgang und Blickachsen. In den Fotos tauchen auch ein Piano und einzelne Leuchten auf, die den Raum nicht dekorieren, sondern verankern. Das Piano steht vor der dunklen Wand wie ein stiller Gegenpol zum vielen Glas. Die Kombination aus Glas, Holz und festen Wandflächen gibt dem modernen Interieur mit großen Fenstern eine präzise Ordnung, die sich im Alltag leicht lesen lässt.
Raumtiefe statt abgeschlossener Zimmer
Besonders deutlich wird das im offenen Übergang zwischen Wohnen, Essen und Blick nach draußen. Gläserne Türen und schmale Rahmen lassen die Grenzen leicht erscheinen. Durch diese Durchblicke wirken die Räume länger, ohne dass sie ihre Struktur verlieren. An einer Stelle tritt die weiße Fläche einer Einbaukonsole hervor, an anderer Stelle wieder die dunkle Wand mit Nische. Diese Wechsel halten den Grundriss in Bewegung. Nichts drängt sich vor, doch jedes Element hat einen klaren Platz.
Eine Küche mit ruhigen Flächen und klaren Kanten
Die Küche setzt auf wenige Materialien und eine straffe Anordnung. Weiße Fronten bilden den Hauptkörper, dazu kommt eine dunkle Arbeitsplatte, die das Volumen optisch erdet. In der Hochschrankwand sind Geräte integriert, sodass die Fläche geschlossen bleibt und nicht von Einzelelementen unterbrochen wird. Das passt zur gesamten Hausrenovierung mit Anbau: keine laute Geste, sondern ein präziser Ausbau der vorhandenen Geometrie. Der Blick bleibt auf die Linien konzentriert, nicht auf die Technik.
Auch hier spielt Licht eine große Rolle. Die Öffnung zur angrenzenden Wohnzone verhindert, dass die Küche als isolierter Arbeitsraum erscheint. Die Glasflächen in der Nähe holen Tageslicht in die Tiefe, während die dunkle Platte den weißen Fronten ein klares Gegengewicht gibt. Wer zwischen Küche und Wohnen schaut, sieht weniger einzelne Funktionen als eine ruhige Abfolge von Flächen. Genau darin liegt die Stärke dieser Lösung: Sie nutzt die Offenheit, ohne den Raum unruhig werden zu lassen.
Bad mit Glaswand, Dusche und freistehender Wanne
Im Bad liegt der Fokus auf wenigen, deutlich sichtbaren Elementen. Eine freistehende Badewanne mit runden Formen steht vor dunklen Wandflächen und wirkt dadurch besonders präsent. Daneben ordnet sich die begehbare Dusche mit Glaswand ein, ergänzt durch eine Regendusche. Die Glastrennung hält die Zone leicht, auch wenn die Keramiktöne dunkler ausfallen. Ein eingebautes Nischenbrett nimmt Handtücher auf und nutzt die Wandstärke sinnvoll. So bleibt das Bad offen, aber klar gegliedert.
Die Materialwahl unterstützt diesen Eindruck. Dunkle Fliesen geben dem Raum Tiefe, während helle Sanitärkeramik und die glatte Glaswand einzelne Bereiche voneinander absetzen. Das Licht fällt nicht nur von oben, sondern wird über die Oberflächen zurück in den Raum getragen. Dadurch wirkt der Badbereich nicht klein, obwohl die Ausstattung kompakt bleibt. Die Formensprache ist sachlich: gerade Linien, weiche Rundung an der Wanne, klare Kante an der Duschzone.
Glas, Keramik und ein zurückhaltender Grundton
Gerade in der Kombination von Glas und dunkler Keramik zeigt sich, wie konsequent das Haus umgebaut wurde. Die Dusche mit Glaswand teilt den Raum, ohne ihn zu schließen. Die freistehende Wanne setzt einen ruhigen Mittelpunkt, statt den Raum mit Details zu überladen. Der Rückgriff auf wenige Materialien verhindert Brüche. So bleibt der Blick auf die Proportionen gerichtet, auf die Lage der Elemente zueinander und auf die Lichtführung entlang der Wände.
Außen ein ruhiger Abschluss mit Licht am Abend
Auch von außen bleibt die Linie klar. Die moderne Fassade erscheint als Folge von Volumen, großen Glasflächen und dunklen Rahmen, die am Abend durch warme Beleuchtung betont werden. Das Licht sitzt nicht zufällig auf der Oberfläche, sondern zieht die Kanten nach und markiert die Transparenz der Verglasung. Gerade in der Dämmerung wird sichtbar, wie stark der Ausbau das Haus geöffnet hat. Innen und außen stehen nicht als Gegensätze nebeneinander, sondern als zwei Seiten derselben räumlichen Entscheidung.
Für das Projekt wurden außerdem Elemente aus Holz ausgeführt, was sich in den Böden und einzelnen Maßarbeiten ablesen lässt. Dadurch bleibt die kühle Wirkung von Glas und dunklen Flächen kontrolliert. Der Eindruck ist ruhig, aber nicht schwer. Die Renovierung verbindet den Bestand mit einem neuen Grundriss, der über die Vide Licht, Höhe und Durchblick liefert. Wer das Haus heute betritt, erlebt zuerst diese Öffnung; erst danach folgen Küche, Wohnen und Bad als klar gegliederte Räume.
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