Bungalow-Renovierung mit einem Fenster pro Raum
Die Bungalow-Renovierung beginnt mit einer klaren Regel: ein Raum, ein Blick. In den Innenräumen steht jeweils nur ein Fenster zur Verfügung, sodass sich der Blick nach draußen bündelt wie durch einen Sucher. Diese Ordnung prägt die gesamte Raumfolge und gibt den Räumen eine ruhige Lesart. Das Projekt nimmt einen alten Bungalow auf, der entkernt, isoliert und neu eingekleidet wurde. Eine Erweiterung ergänzt das Haus, darunter ein Sommerwohnraum mit Fenstern an allen Seiten.
Ein Haus, das den Blick lenkt
Die Idee stammt aus einer gemeinsamen Vorliebe für ein kalifornisches Haus aus dem Film „A Single Man“, doch im gebauten Ergebnis zählt vor allem die räumliche Übersetzung. Das Prinzip ist einfach und streng zugleich: In jedem Raum öffnet sich nur ein Fenster zur Außenwelt. Dadurch entstehen lange Blickachsen, die den Raum nicht mit vielen Reizen füllen, sondern auf einen einzigen Ausschnitt konzentrieren. Genau diese Reduktion macht die Bungalow-Renovierung lesbar. Man bewegt sich von Raum zu Raum und merkt, wie stark ein einzelner Rahmen die Wahrnehmung steuern kann.
Entkernter Bungalow mit neuem Innenleben
Der alte Bungalow wurde vollständig freigelegt, isoliert und neu angekleidet. Innen zeigen sich glatte Flächen, eine klare Linienführung und ein Materialwechsel zwischen hellen und dunklen Zonen. Beton und Glas im Innenraum sorgen für scharfe Kanten, während dunkle Holzlamellen an mehreren Stellen eine feinere Schicht dazwischenlegen. Statt vieler dekorativer Elemente gibt es große Flächen, schmale Durchgänge und präzise gesetzte Öffnungen. Das Ergebnis ist ein minimalistisches Interieur, das nicht leer wirkt, sondern über Proportionen und Blickrichtungen funktioniert.
Fenster als räumliche Begrenzung
Das Prinzip „ein Fenster pro Raum“ macht die Bungalow-Renovierung ungewöhnlich konsequent. Jede Öffnung wird zu einem gezielten Ausschnitt auf den Garten oder die Umgebung. In den Gängen und Übergängen verstärkt sich dieser Eindruck, weil Glaspartien und dunkle Rahmen die Sicht wie ein Bild einspannen. Der Innenraum mit großen Fenstern wirkt dadurch nicht auf Ausblick ausgerichtet, sondern auf Auswahl. Nicht alles wird gezeigt, sondern nur ein präziser Teil, und genau darin liegt die Spannung des Entwurfs.
Beton, Glas und dunkle Holzlamellen
Die Materialien bleiben sichtbar und bestimmen den Ton der Räume. Lichtgraue, betonartige Flächen treffen auf schwarze Rahmen und dunkle Wandfelder. Dazwischen liegen die dunklen Holzlamellen, die sich in mehreren Innen- und Außenbereichen wiederholen. Sie brechen große Flächen in schmale Streifen und geben Wänden und Übergängen eine vertikale Ordnung. Besonders in den Durchgängen und an den Außenzonen erzeugen sie ein klares Raster, das mit den glatten Glasflächen zusammenarbeitet. So wird der Kontrast aus Beton und Glas im Innenraum nicht dekorativ, sondern räumlich wirksam.
Auch die Küche folgt dieser Logik. Eine dunkle L-förmige Wand mit geschlossener Front steht auf einem hellen, betonartigen Boden. Darüber liegen zwei einfache Leuchten, die die Fläche eher markieren als schmücken. Der Blick bleibt auf die Linien der Möbel und auf die Öffnung zum nächsten Raum gerichtet. Nichts lenkt vom Grundprinzip ab: Flächen ordnen, statt zu überladen. Genau darin liegt die Stärke dieses minimalistischen Interieurs.
Der Sommerwohnraum als Gegenstück
Die Erweiterung setzt einen bewussten Gegensatz zur strengen Blickführung der übrigen Räume. Der Sommerwohnraum mit Fenstern ist von allen Seiten geöffnet und nimmt mehr Licht auf als die abgeschlossenen Bereiche des Hauses. Dort wird nicht auf einen einzigen Ausblick reduziert, sondern auf Durchlässigkeit gesetzt. Die Sommerwohnraum mit Fenstern genannte Zone wirkt dadurch wie ein Gegenpol innerhalb derselben Bungalow-Renovierung. Sie nimmt die starre Ordnung der anderen Räume auf und lockert sie mit Rundumsicht, Glas und wechselndem Tageslicht.
Im Außenraum wird diese Ergänzung sichtbar durch ein überdecktes Volumen mit geneigter Dachfläche und tiefem Überstand. Die Terrasse liegt an einem Übergang aus Betonfläche, Glas und dunkler Holzverkleidung. Von dort aus öffnet sich der Blick in den Garten, ohne dass die Linie des Hauses verloren geht. Der Sommerwohnraum mit Fenstern hängt nicht als Anbau an der Seite, sondern verschiebt die Nutzung des Hauses in Richtung Offenheit.
Eine Pause zwischen Innen und Garten
Mehrere Bildausschnitte zeigen diese Zwischenzone als schmalen, aber wichtigen Bereich. Dunkle Wände mit vertikaler Struktur begleiten den Weg, während helle Bodenflächen den Verlauf nachzeichnen. Ein Wasserbecken mit betonsäumiger Kante setzt im Garten einen ruhigen, flachen Akzent. Daneben entstehen lange Sichtlinien zwischen der überdachten Passage, den Glasöffnungen und dem Grün. Die Bungalow-Renovierung bleibt damit nicht auf den Innenraum beschränkt. Sie lässt sich auch an der Art ablesen, wie man sich draußen zwischen Wand, Öffnung und Wasser bewegt.
Durchgänge, die den Raum sortieren
Besonders deutlich wird das Konzept in den schmalen Passagen. Dort rahmen dunkle Bekleidungen den Weg, und die Öffnungen wirken fast wie ausgeschnittene Bildausschnitte. Ein schmaler Gang mit Betonboden führt auf einen helleren Raum zu; ein anderer Abschnitt zeigt eine Reihe von Glasöffnungen, die den Blick seitlich ins Grün ziehen. Solche Momente sind für die Bungalow-Renovierung zentral, weil sie das Haus nicht als Folge einzelner Zimmer zeigen, sondern als Abfolge von gerahmten Wahrnehmungen. Die Wege selbst werden Teil des Entwurfs.
Auch an den Außenwänden bleibt die Materiallogik konsequent. Vertikale Holzlamellen, schwarze Rahmen und dunkle Wandflächen wechseln mit offenen Passagen. Die Hauskante wirkt dadurch nicht schwer, sondern gegliedert. Das Licht trifft auf die Lamellen und zeichnet ihre Tiefe ab; bei den Glasöffnungen dagegen treten die Reflexe in den Vordergrund. So entsteht ein Wechselspiel zwischen geschlossener Fläche und gezieltem Durchblick, das das ganze Projekt trägt.
Ein Haus mit kontrollierter Offenheit
Die Bungalow-Renovierung verbindet eine strenge Blickidee mit einer Erweiterung, die das Haus öffnet, ohne es aufzulösen. Der alte Bungalow wurde nicht nur erneuert, sondern räumlich neu gelesen. Ein Fenster pro Raum, dunkle Holzlamellen, Beton und Glas im Innenraum sowie der Sommerwohnraum mit Fenstern bilden dabei die wichtigsten sichtbaren Bausteine. Sie zeigen, wie aus einer klaren Regel eine Abfolge von Räumen, Übergängen und Ausblicken wird. Das Haus lebt von dieser Steuerung: wenig Zufall, viel Haltung im Detail.
Wer die Räume betrachtet, sieht keine Dekoration um der Wirkung willen, sondern eine präzise Organisation von Licht und Blick. Gerade deshalb bleiben die Bilder im Gedächtnis. Ein einzelnes Fenster, eine dunkle Lamelle, eine Glasfuge, ein Betonrand am Wasser – mehr braucht es nicht, um die Logik dieses Projekts zu lesen.
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