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Ehemaliges Schulhaus mit Galerie/Void: helles Loftinterieur mit sichtbaren Holzbalken

Ein hoher Raum, ein weißer Grundton und dazwischen Holzbalken, die die Decke zeichnen: So liest sich das ehemalige Schulhaus als modernes Zuhause umgebaut schon beim ersten Blick. Die frühere Schulnutzung der Hervormde Kirche ist heute nur noch als robuste Hülle spürbar. Innen wurde die große Höhe nicht zugestellt, sondern mit einer Galerie und einem Void gegliedert. Dadurch entstehen unten und oben unterschiedliche Zonen, ohne dass der offene Charakter verloren geht.

Der Wohnbereich mit doppelhöhigem Void bildet den Kern des Hauses. Unten liegt Platz für eine kompakte, ruhige Sitzecke, oben öffnet sich der Blick über die Brüstung in den Raum darunter. Die Galerie funktioniert dabei nicht als Nebenraum, sondern als Verbindung. Von hier aus lassen sich die Holzbalken, die Luftkanäle und die großen Fenster in einem Zug erfassen. Gerade diese Kombination gibt dem ehemaligen Schulhaus als modernes Zuhause umgebaut seine klare räumliche Ordnung.

Das Licht fällt tief in den Raum. Große Fenster mit Bögen brechen die langen Wandflächen auf und setzen die weißen Wände in Bewegung. Neben dem hellen Putz treten dunkle Einbauten deutlicher hervor, vor allem dort, wo die Küche als strenger Block in die offene Fläche gesetzt ist. Der Kontrast bleibt ruhig, weil die Flächen nicht mit Details überladen sind. Stattdessen tragen die Fenster, die Deckenstruktur und das wenige Mobiliar die Wirkung des Interieurs.

Eine neue Mitte für das ehemalige Schulhaus

Der Umbau folgt nicht einer nostalgischen Lesart des Bestands, sondern der Frage, wie sich die große Höhe sinnvoll nutzen lässt. Die eingezogene Galerie teilt den Raum, ohne ihn zu verkleinern. Unten bleibt die Distanz zur Decke spürbar, oben entsteht ein eigener Bereich mit Blickbezug in den Wohnraum. Genau daraus entsteht die loftartige Qualität, die man in diesem Projekt sofort erkennt: nicht durch Überinszenierung, sondern durch eine präzise gesetzte räumliche Einschnürung.

Im Hintergrund steht eine wechselvolle Geschichte. Das Gebäude wurde zunächst als Schule gebaut, später diente es unter anderem als Gymnastikraum sowie als Unterkunft für Musik- und Tischtennisvereine. Diese Vornutzungen sind heute nicht sichtbar, aber sie erklären die großzügige Struktur. Die heutige Wohnnutzung greift diese Weite auf und ordnet sie neu. Das ehemalige Schulhaus als modernes Zuhause umgebaut bleibt dadurch offen genug für Licht und Blickbeziehungen, aber deutlich genug für den Alltag.

Galerie, Void und Blickachsen

Die Galerie ist mehr als ein Laufsteg an der Raumkante. Sie bindet die beiden Ebenen aneinander und hält die Mitte des Hauses frei. Von unten wirkt der offene Bereich fast wie ein eingeschnittener Luftraum, von oben wie ein bewusst freigelassener Kern. Die sichtbaren Holzbalken geben dieser Zone eine lesbare Struktur, während die weißen Flächen rundherum den Fokus auf Proportion und Tiefe lenken. So wird der Wohnbereich mit doppelhöhigem Void zum ordnenden Element des gesamten Hauses.

Auch die Trennung zwischen den Funktionen bleibt angenehm zurückhaltend. Wohnraum, Küche und Nebenräume sind nicht als harte Einzelkörper inszeniert, sondern als Teile eines kontinuierlichen Innenraums. Die Treppe mit ihrer dunklen Linie und den hellen Stufen führt selbstverständlich nach oben, ohne die Offenheit zu unterbrechen. Gerade im Zusammenspiel mit der Galerie zeigt sich, wie ruhig ein großes Volumen wirken kann, wenn die Eingriffe klar gesetzt sind.

Weiß, Grün und Holz statt lauter Effekte

Die Farbwahl bleibt reduziert. Weiß und Off-White legen die Fläche frei, Holz bringt Wärme in Decke, Wand und Einbauten. Dazwischen erscheint Grün als verbindender Akzent zwischen Erdgeschoss und erster Ebene. Es ist kein dekoratives Einzelmotiv, sondern eine Linie im Raum, die den Blick von unten nach oben mitnimmt. So bleibt das helle Interieur mit grünen Akzenten lesbar, auch wenn sich mehrere Ebenen und Öffnungen überlagern.

Große Möbel und wenige Accessoires verhindern, dass die hohen Räume leer wirken. Sie setzen Maßstäbe im Verhältnis zur Höhe. Ein dunkles Sofa, ein ruhiger Schrankblock oder ein klarer Tisch reichen aus, um die Fläche zu fassen. Gerade die Entscheidung für größere Volumen statt vieler kleiner Gegenstände bringt Ruhe in das Interieur. Das ehemalige Schulhaus als modernes Zuhause umgebaut wirkt dadurch weder streng noch dekorativ überladen, sondern strukturiert und bewohnt.

Die Küche als dunkler Gegenpol im offenen Raum

In der Küche verschiebt sich die Stimmung. Dunkle Küchenfronten setzen sich deutlich vom weißen Umfeld ab und geben dem Raum Gewicht. Die Einbauten verschwinden nicht in der Wand, sondern markieren ihre Position im offenen Grundriss. Über der Arbeitszone hängen schlanke Leuchten, darunter zeichnen integrierte Nischen die Funktion ab. Gerade dieser Gegensatz macht die Küche interessant: Sie bleibt Teil der großen Raumfigur, ohne sich farblich anzupassen.

Die Küche greift auch die Architektur des Hauses auf. Die großen Fenster mit Bögen liegen nicht nur neben ihr, sondern rahmen den Tageslichteinfall, der auf Arbeitsflächen, Boden und Fronten fällt. Dadurch wirkt die Zone klar gegliedert. Das Licht nimmt den dunklen Flächen die Schwere, ohne ihren Kontrast zu verwischen. So fügt sich der minimalistischer Einbauten-Stil in das Gesamtbild ein, statt als separates Möbelthema aufzutreten.

Holzbalken, Technik und ruhige Oberflächen

Besonders präsent sind die sichtbaren Holzbalken im Zusammenspiel mit den technischen Elementen unter der Decke. Luftkanäle verlaufen offen und machen die Konstruktion des Raums ablesbar. Diese Mischung aus Holz und Technik erzählt nichts Verstecktes, sondern legt den Aufbau frei. In einem ehemaligen Schulhaus passt gerade diese Offenheit gut, weil sie die Höhe nicht glättet, sondern betont. Das Materialbild bleibt dabei klar: weiß, Holz, Schwarz und wenig dazwischen.

Im Verlauf des Hauses wechseln die Oberflächen, ohne laut zu werden. In der Entréezone erscheinen Holzpaneele neben hell verputzten Wänden und eingelassenen Spots. An anderer Stelle fassen schwarze Linien die Treppe und Öffnungen. Solche Details sorgen dafür, dass der Blick geführt wird, nicht abgelenkt. Wer durch das ehemalige Schulhaus als modernes Zuhause umgebaut geht, erlebt keine Abfolge von Effekten, sondern eine präzise gesetzte Raumfolge mit deutlichen Übergängen.

Auch die Schlafzimmer- und Nebenbereiche fügen sich in diese Sprache ein. Die Textur der Materialien bleibt ruhig, die Helligkeit dominiert, und einzelne Akzente übernehmen die Markierung. Dadurch trägt das Haus seine Geschichte nicht als Dekor, sondern als Raumtypus. Aus dem früheren öffentlichen Gebäude ist ein Wohnhaus mit offener Mitte geworden, in dem Galerie, Void und Holzbalken die wichtigsten Bezugspunkte setzen.

Fotografiert von Anneke Gambon.

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