Gartenhaus mit Reetdach
Das Reet liegt tief und ruhig auf dem Dach, darunter zeichnen sich Eichenbalken und dunkle Stahlteile deutlich ab. Schon im ersten Blick auf dieses Gartenhaus mit Reetdach zeigt sich, wie eng Material und Umgebung hier zusammenarbeiten. Holz, Glas und Keramik führen die Linien nach draußen weiter, bis zur Terrasse und zum Wasser. Die Konstruktion wirkt nicht als Aufsatz im Garten, sondern als Raum, der sich aus dem Grün heraus entwickelt.
Reetdach mit sichtbarer Tragstruktur
Zwischen den Eichenholzträgern bleibt die Reetlage sichtbar. Genau das prägt den Charakter des Dachs. Die Dachsporen treten nicht zurück, sondern bleiben als Teil der Konstruktion lesbar. So entsteht ein Dachbild, das nicht glatt abgeschlossen wirkt, sondern Schicht für Schicht aufgebaut ist. Das Reet zeichnet die Kante weich, während das Holz den Verlauf darunter fasst. Im Zusammenspiel entsteht ein Gartenhaus mit Reetdach, das die Handwerksstruktur offen zeigt.
Auch im Inneren zieht der Blick nach oben. Die Eichenbalken spannen über den Raum, dazwischen sitzt die sichtbare Reetlage. An den Seiten fassen Stahlelemente die Öffnungen und geben dem Baukörper einen klaren Rand. Diese Mischung aus Holz, Stahl und Reet bleibt im Projekt durchgängig ablesbar. Sie bestimmt nicht nur den Dachraum, sondern auch den Eindruck, den das Haus von außen und innen hinterlässt.
Stahl-Schiebetüren öffnen den Raum zum Garten
Die großen Stahl-Schiebetüren lassen sich weit aufschieben. Dann verschwindet die Grenze zwischen Innen und Außen fast vollständig. Die keramische Bodenfläche läuft bis an die Schwelle und trifft dort auf die harte Holzterrasse. Durch diese Bewegung wird aus dem Gartenhaus mit Terrasse eine Erweiterung des Gartens selbst. Sitzen, stehen, gehen: Die Wege bleiben kurz, und der Blick wandert frei über Grün, Holz und Wasser.
Besonders deutlich wird das am Rand zur Wasserfläche. Über die Holzterrasse führt ein kleines Trittstück hinunter in den Teich. Das Wasser liegt nicht als fernes Motiv im Hintergrund, sondern direkt neben der Aufenthaltszone. Damit wird das Gartenzimmer am Teich zum Ort zwischen Aufenthalt und Landschaft. Der Bezug zur Natur entsteht nicht durch Dekoration, sondern durch den direkten Übergang der Ebenen.
Keramik, Holz und Wasser in einer Linie
Die durchgehende Bodenfläche aus Keramik nimmt die Innenzone auf und führt sie nach draußen weiter. Daran schließt die Holzterrasse mit ihrer klaren Maserung an. Erst dort setzt der Wechsel zum Wasser ein. Diese Abfolge ist einfach, aber präzise: keramischer Boden, Holzdeck, Teich. Genau darin liegt die Stärke dieses Außenraums mit Kamin und Wasserbezug. Die Materialien geben den Rhythmus vor, nicht zusätzliche Einbauten.
Ein Eichenholz-Gartenhaus mit offener Mittellage
In der Mitte des Raums steht der Holzofen. Er markiert den Bereich, in dem sich die Blickachsen sammeln. Im Winter liefert er spürbare Wärme, im Sommer bleibt er als ruhiger Kern im Raum stehen. Über den Schiebetüren können zusätzliche Heizelemente den Lounge-Bereich unterstützen. So bleibt das Eichenholz-Gartenhaus nicht auf eine Jahreszeit festgelegt, sondern kann je nach Nutzung unterschiedlich bespielt werden. Die Einrichtung bleibt dabei reduziert und lässt dem Dach und den Öffnungen den Vorrang.
Die Seitenwände werden von maßgefertigten Eichenholzelementen und Stahlrahmen gefasst. Das große Maß der Öffnungen holt viel Tageslicht in den Innenraum, besonders dann, wenn das Licht niedrig steht. In den dunkleren Monaten werden die Materialkanten dadurch noch deutlicher. Holz, Glas und Stahl erhalten Tiefe, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Das Gartenzimmer am Teich bleibt hell, aber nicht glatt; die Struktur des Hauses bleibt immer sichtbar.
Ein kleines Küchenmodul aus Eiche
Am Rand des Raums sitzt ein maßgefertigter Küchenblock aus Eiche. Spüle und elektrische Kochplatte sind darin integriert, darüber bleibt auf der Arbeitsfläche Platz für eine Kaffeemaschine und kleine Geräte. Der Block nimmt nicht viel Raum ein, setzt aber einen klaren Nutzungsanker. Gerade in einem Gartenhaus mit Reetdach funktioniert diese Schlichtheit gut: Kochen, Abstellen und Vorbereiten laufen in einer einzigen, ruhigen Zone zusammen.
Zwischen geschütztem Sitzplatz und offener Gartenkante
Von der Terrasse aus wirkt das Haus besonders nah an seiner Umgebung. Das Grün steht dicht, der Wasserrand liegt unmittelbar daneben, und die hohe Öffnung der Schiebetüren hält den Blick nicht auf. Dadurch entsteht ein Übergang, der sich im Alltag einfach nutzt: lesen, arbeiten, Kaffee trinken, mit Gästen sitzen. Die Form des Hauses bleibt dabei klar, doch die Nutzung reicht weit über einen geschlossenen Raum hinaus. Das Gartenhaus mit Reetdach funktioniert als Zwischenraum, in dem man die Jahreszeiten am Rand des Teichs erlebt.
Auch ohne Badezeit bleibt die Wasserfläche präsent. Das Licht verändert sich auf dem Teich, der Holzsteg und die Keramikflächen nehmen diese Bewegung auf. Zwischen Eiche, Reet und Stahl entsteht kein lautes Bild, sondern eine Abfolge von festen Materialien und offenen Blicken. Genau das macht den Reiz dieses Projekts aus: ein Gartenhaus mit Terrasse, das den Garten nicht ergänzt, sondern räumlich verlängert.
Fotografie des Projekts: Hans Gorter
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