Innenrenovierung mit eingebauten Kleiderschränken und hochwertigen Details
Der erste Eindruck kommt nicht von einer großen Geste, sondern von den eingebauten Kleiderschränken. Ihre Paneele laufen ruhig über die Wand, mit klaren Fugen und einer Einteilung, die jede Zone anders nutzt. In dieser Innenrenovierung wurden die authentischen Elemente nicht überdeckt, sondern als Rahmen für das neue Maßwerk gelesen. Genau dort setzt der Entwurf an: bei den Flächen, die täglich benutzt werden, und bei den Details, die man erst beim Näherkommen bemerkt. Eine maßgefertigte Schrankwand ordnet den Raum, ohne ihn zu schließen.
Eingebaute Kleiderschränke mit klarer Funktion
Die eingebauten Kleiderschränke zeigen, wie präzise sich Stauraum in eine bestehende Architektur einfügen lässt. Hinter den glatten Fronten liegt eine Aufteilung nach Funktion, also nicht nur Platz für Kleidung, sondern auch für kleinere Gegenstände und geordnete Abläufe im Alltag. Die sichtbare Paneelstruktur nimmt die Höhe der Räume auf und macht aus der Schrankwand kein einzelnes Möbel, sondern eine ruhige Wandfläche. Zwischen weißen Flächen, dunklen Akzenten und metallicfarbenen Linien bleibt die Konstruktion lesbar.
Auf den Bildern wirken die Kastenwände geschlossen, aber nie stumpf. Vertikale und horizontale Linien gliedern die Fronten, während Nischen mit Licht einzelne Felder hervorheben. Diese beleuchteten Wandnischen brechen die Fläche in Abschnitte, ohne Unruhe zu erzeugen. Gerade in den schmaleren Bereichen des Hauses hilft diese Art von Einbau, Übergänge zu fassen: vom Flur ins Schlafzimmer, von offenen Blicken zu geschlossenen Stauraumlösungen. Die maßgefertigte Schrankwand übernimmt damit mehr als eine reine Aufbewahrungsfunktion.
Oberflächen, die sich nicht aufdrängen
Die Materialien bleiben kontrolliert. Dunkles Holz setzt Kanten, helle Felder halten die Wand ruhig, und metallische Details fassen die Türen dort ein, wo Griffe und Rahmen gebraucht werden. Statt einer lauten Lösung entsteht eine Möbelarchitektur, die sich an Proportionen orientiert. Das ist besonders an den Kastenwänden sichtbar, die ohne dekorativen Überfluss auskommen und dennoch sorgfältig aufgebaut sind. Im Bild liest man jede Fuge, jedes Paneel und jede Unterteilung als Teil derselben Ordnung.
Der maßgefertigte Schminktisch als präzises Einzelstück
Der maßgefertigte Schminktisch ist kleiner als die Schrankwand, aber in der Detailtiefe vielleicht noch genauer gearbeitet. Die Schubladen sind nach Funktion organisiert, bis hin zu Fächern für Krawatten und Schmuck. Solche Einteilungen zeigen, wie persönlich das Möbel gedacht ist: nicht als dekoratives Objekt, sondern als tägliche Arbeitsfläche mit einer klaren inneren Logik. Der Blick bleibt an der eingefrästen Griffleiste hängen, an dem Griff aus Nussbaumholz und an dem patinierten Messing, das die Kante optisch verdichtet.
Im Bild des Schlafzimmers tritt dieser Möbeltyp in ein ruhiges Zusammenspiel mit dem übrigen Innenausbau. Neben dem Holz des Bettgestells und dem Paneel an der Wand wirken die Messingakzente fein gesetzt, fast wie eine Linie, die den Schrank zum Möbel und das Möbel zur Wand macht. Der Griff aus Nussbaumholz bleibt dabei nicht als Zitat stehen; er ist Teil der Handhabung. Genau das macht den Unterschied zwischen Einbau und Einlage: Der Schminktisch ist nicht angeklebt, sondern in die Raumfolge eingeschrieben.
Detail am Marmorkamin und die Linie der Lambrisierung
Ein anderes Motiv zieht den Blick im Wohnbereich sofort an: der Marmorkamin. Die selbst entworfenen Schouwen zeigen Versprünge im Stein, die den schweren Block in einzelne Ebenen gliedern. Diese Abstufungen greifen die Lambrisierung auf, als würde die Verkleidung unter dem Kamin weiterlaufen. Das Detail am Marmorkamin ist deshalb nicht bloß dekorativ, sondern verbindet Wand, Sockel und Feuerstelle zu einer durchgehenden Lesart. Auf den Aufnahmen verstärkt sich dieser Eindruck durch dunklen Stein, helle Paneele und präzise gesetzte Kanten.
Auch die Nischen rund um diese Zonen spielen mit dem Wechsel aus Fläche und Vertiefung. Licht sitzt in den Wandnischen so, dass es nicht nur zeigt, sondern die Tiefe betont. In Kombination mit den Schränken und den schmalen Rahmenlinien entsteht ein Innenraum, in dem Stein nicht als einzelnes Statement auftritt, sondern als Maßstab für die ganze Wand. Der Marmor an den Kaminen und der Stein an anderen Flächen geben dem Haus eine feste Mitte, ohne die ruhigen Holz- und Lackflächen zu übergehen.
Leuchtende Wandnischen und ruhige Übergänge
Die beleuchteten Wandnischen setzen kleine Pausen in die großen Flächen. Gerade in den Zonen mit Paneelen und Einbauten verhindern sie, dass die Wände zu geschlossen wirken. Das Licht sitzt tief genug, um Material und Kante zu lesen, aber zurückhaltend genug, um die Konstruktion nicht zu überzeichnen. Zusammen mit den bronzenen und goldfarbenen Akzenten entsteht so eine Folge aus Schatten, Reflexen und glatten Flächen, die den Weg durch die Räume sichtbar macht.
Farben und Materialien aus der Kunstsammlung entwickelt
Die Kunstsammlung der Bewohner war nicht Nebensache, sondern ein Leitfaden für Farben und Materialien. Man sieht das in den Entscheidungen für dunkles Holz, Weiß, Stein und die metallischen Töne, die sich wiederholen, ohne gleichförmig zu werden. Solche Bezugspunkte geben den Räumen eine gemeinsame Sprache. Die Flächen reagieren auf Bilder, Objekte und Licht, statt nur neutral zu bleiben. Dadurch wirken die einzelnen Zimmer nicht isoliert, obwohl jedes seine eigene Materialkombination hat.
In den Aufnahmen ist diese Abstimmung gut nachvollziehbar: ein Essbereich mit Marmortisch und warmem Pendellicht, ein Flur mit großer Kastenwand, ein Schlafzimmer mit holzfarbenem Bett und paneelierten Fronten, dazu ein Bad mit grauem Stein und klaren Armaturen. Jede Szene nimmt einen anderen Ton auf, doch die Linie bleibt erkennbar. Genau darin liegt die Stärke der Renovierung: Der Bestand ist respektiert, während die neuen Einbauten die Nutzung schärfer fassen.
Ein Innenausbau, der die vorhandene Architektur mitdenkt
Die hohe Decke mit ihrer feinen Stuck- oder Plattenlinie hält den Maßstab für den gesamten Ausbau. Daran lassen sich die eingebauten Kleiderschränke gut ablesen, weil ihre Höhen und Raster die Vertikale aufnehmen, statt dagegen zu arbeiten. Die Kombination aus Paneelwand, Nische, Stein und Holz wirkt nicht nachträglich dekoriert, sondern auf die Räume abgestimmt. Besonders in den Bereichen mit Schrankwand und Kamin zeigt sich, wie sauber sich neue Funktionen an historische Oberflächen anschließen lassen.
Wer die Bilder genauer liest, erkennt in jedem Raum dieselbe Haltung: Die Details sind präzise, aber nicht laut. Das gilt für den Schminktisch, die Wandnischen, die Schrankfronten und das Detail am Marmorkamin ebenso wie für die Materialwahl in Bad und Schlafzimmer. Die Renovierung bleibt nah an den vorhandenen Elementen und nutzt genau dort den Spielraum, der für maßgefertigte Lösungen nötig ist. So wird aus einer Folge von Räumen ein Haus, in dem Stauraum, Stein und Holz miteinander arbeiten.
Fotografie: Myrthe Slootjes
Want to see more of Studio Wendy Mahieu? View the page of Studio Wendy Mahieu for even more great projects and company information.






