Langgestrecktes modernes Haus mit Backstein und Vides
Ein langgestrecktes modernes Haus setzt hier zuerst über seine Länge ein Zeichen. Der schmale, 33 Meter messende Baukörper streckt sich zwischen die Nachbarn und hält die Umgebung mit einer klaren Linie auf Distanz. An der Straße wird der Zugang in einen eingeschnittenen Bereich geführt; keine äußere Treppe lenkt von der Volumetrie ab. Die Bewegung ins Haus bleibt damit eng an die Architektur selbst gebunden, und genau das macht den ersten Eindruck so deutlich.
Ein langer Baukörper mit bewusst gesetzter Spannung
Die besondere Form der Parzelle wird nicht kaschiert, sondern zum Thema gemacht. Ein Ende des Hauses kragt weit aus und verstärkt das Spiel von Masse und Offenheit. Durch die angehobene Lage bleibt der Innenraum abgeschirmt, während sich nach hinten weite Blicke auf die sanft modellierte Umgebung öffnen. Das langgestreckte moderne Haus wirkt dabei nicht schwer, sondern präzise gesetzt: oben geschlossen, dazwischen durchlässig, unten klar geordnet.
Auch die Ziegelhaut trägt zu diesem Eindruck bei. In der backsteinfassade mit relief wechseln Flächen, Schatten und feine Sprünge im Verband. Bei Tageslicht liest sich das Mauerwerk als ruhige Fläche, im Abendbild treten die Öffnungen und die warmen Innenlichter stärker hervor. Der Stein bleibt dabei nicht glatt und neutral, sondern bekommt Tiefe durch seine Oberfläche. Genau dieses Relief hält die lange Masse in Bewegung.
Der Eingang aus Holz und Naturstein als ruhiger Übergang
Auf Straßenniveau liegen Garage und Abstellräume, daneben der Eingang. Der Zugang aus Holz und Naturstein ist klar von der übrigen Fassade abgesetzt und wirkt wie eine präzise Aussparung im Baukörper. Innen treffen Holzflächen auf Steinplatten, ohne dekorative Umwege. Zwei Vides öffnen diesen Bereich nach oben und verbinden die Eingangsebene mit den Geschossen darüber. Das Licht fällt dadurch nicht nur in den Flur, sondern greift tief in das Innere des Hauses.
Direkt an der Treppe liegt ein Arbeitsbereich. Er sitzt so, dass Besucher empfangen werden können, ohne die anderen Zonen des Hauses zu stören. Diese zentrale Erschließung ordnet die täglichen Wege, statt sie zu überlagern. Von hier aus wird die innere Höhe des Hauses lesbar: Aufstieg, Blick nach oben, Durchsicht in den Raum daneben. Der Weg bleibt kurz, aber er trägt mehrere Ebenen zusammen.
Blickachsen im Innenraum statt kurzer Wege
Auf der einen Seite der Treppe führt eine innere Achse durch die Wohnfunktionen. Sie endet nicht an einer Wand, sondern an einem hohen Fenster in der Stirnseite. Dazwischen liegt eine Folge aus Öffnungen, Übergängen und festen Flächen. Die blickachsen im innenraum machen die Länge des Hauses spürbar, ohne sie auszustellen. Wer durch den Raum geht, sieht immer wieder weiter, aber nie beliebig weit. Das hält den Grundriss klar und lesbar.
Eine patio im wohnbereich setzt in diese Abfolge einen Wechsel. Sie bringt Luft und eine kurze Unterbrechung in die Wohnzone und in den polyvalenten Raum. Das Licht, das von dort hereinkommt, verändert die Tiefe der Flächen, besonders dort, wo Wände, Decken und Einbauten dicht aufeinander treffen. Der Patio ist kein dekoratives Element am Rand, sondern ein aktiver Teil der Bewegung durch das Haus.
Innenraum mit Vide und Licht von oben
Die oberen Ebenen bündeln die Wohnbereiche der Eltern und der Kinder um einen mittleren Gang. Diese zentrale Erschließung ist kein bloßer Korridor, sondern das Rückgrat des Hauses. Ein Innenpatio erhellt die Nachtzone, während eine Lichtstraße im Dach das Tageslicht nach unten zieht. Zusammen mit den Vides entsteht ein Innenraum mit Vide, in dem Lichtstärken auf mehreren Ebenen aufeinandertreffen. Unten bleibt es nicht dunkel, oben nicht abgeschlossen.
Von den angrenzenden Räumen aus öffnet sich der Blick bis zum Himmel. Das ist keine große Geste, sondern eine Folge präziser Schnitte im Baukörper: Öffnungen im Deckenbereich, vertikale Bezüge und hohe Anschlüsse. So erreicht das Licht auch die Straßenniveau-Ebene. Die visuelle Verbindung zwischen den Geschossen ist ständig präsent, aber nie aufdringlich. Sie ergibt sich aus der Anordnung der Räume selbst.
Holz, Stein und dunkle Einbauten im Wechsel
Im Inneren stehen helle Wandflächen neben dunklen Paneelen und langen Schrankfronten. Diese Einbauten ziehen sich ruhig entlang der Flächen und nehmen dem Raum keine Luft, weil sie bündig und flach gehalten sind. In der Küche erscheinen weiße Fronten mit dunkler Arbeitsplatte, im Bad ein langes Waschtischblatt aus Holz. Die Materialien sind einfach lesbar, aber sie wirken erst durch ihre Platzierung: Holz an den Stellen, an denen man ankommt oder sich aufhält, Stein dort, wo der Boden und die Schwelle eine robustere Note brauchen.
Einige Bilder zeigen die Übergänge besonders deutlich. Die Gangzone mit durchlaufendem Holzboden, die minimalen Nischen, die weiß gefassten Kanten um die dunklen Schränke: Alles folgt derselben ruhigen Ordnung. Das langgestreckte moderne Haus nutzt diese Zurückhaltung, um die Blickachsen nicht zu brechen. Selbst eine einfache Tür oder ein schräg geführtes Deckenelement wird so Teil einer präzisen Raumfolge.
Die Länge des Hauses bleibt im Alltag spürbar
Weil die äußeren Treppen fehlen, wandert die Bewegung vollständig ins Innere. Genau dort entfaltet sich das Projekt: beim Wechsel von der Eingangsebene in die Wohnzone, von dort über die Treppe in die oberen Räume und wieder zurück durch die zentrale Achse. Das Haus arbeitet mit Verdichtung und Öffnung, nicht mit Überlagerung. Die Räume werden nacheinander lesbar, aber durch die Vides bleiben sie verbunden.
Besonders deutlich wird das an den Blicken nach oben. Die Lichtstraße im Dach, die hohe Öffnung an der Stirnseite und die Durchsicht über mehrere Geschosse geben dem Baukörper eine vertikale Gegenrichtung zur langen Horizontalen. Dadurch wirkt die Form nicht nur gestreckt, sondern auch gegliedert. Das relief im Backstein, die offenen Schnitte im Inneren und der Wechsel zwischen Holz und Naturstein halten diese Gliederung sichtbar.
Ein Haus zwischen Masse und Offenheit
Der Kontrast liegt nicht in einem lauten Zeichen, sondern in der Art, wie der Baukörper mit seinen Öffnungen umgeht. Außen bleibt die Masse klar ablesbar, innen entstehen Durchblicke, Vides und ein Spiel aus Licht und Schatten. Das langgestreckte moderne Haus zeigt, wie eine schwierige Grundstücksform zur räumlichen Ordnung werden kann. Nicht durch Verkleinerung, sondern durch Konzentration auf Achsen, Schnitte und Materialien.
So verbindet das Projekt die schwere Präsenz der Ziegelhaut mit einer überraschend offenen inneren Struktur. Holz und Naturstein markieren den Eintritt, der Innenraum mit Vide führt das Licht weiter, und die zentrale Erschließung hält alle Ebenen zusammen. Am Ende bleibt kein flüchtiger Effekt, sondern ein Grundriss, der Länge, Höhe und Blickführung konsequent zusammendenkt.
Want to see more of Egide Meertens Plus Architecten? View the page of Egide Meertens Plus Architecten for even more great projects and company information.







