Marieke de Jong interior architects

Poolhouse mit Reetdach

Unter dem Reetdach liegt die Konstruktion offen im Raum, und genau das prägt dieses Poolhouse mit Reetdach von Anfang an. Was früher ein Nebengebäude für Jungvieh war, musste wegen des schlechten Zustands vollständig weichen. An seine Stelle traten ein neues Fundament und eine neue Holzkonstruktion. Dadurch bekam das Haus nicht nur eine andere Nutzung, sondern auch eine neue räumliche Ordnung: leichter lesbar, näher am Garten und klar auf das Leben zwischen innen und außen ausgerichtet.

Vom alten Stall zum Garten-Poolhouse

Die Umnutzung eines Nebengebäudes beginnt hier mit Abriss und Neubau, nicht mit kosmetischen Eingriffen. Die alte Substanz war so stark beschädigt, dass sie komplett entfernt wurde. Erst danach entstand die neue Basis für das Garten-Poolhouse. Diese Entscheidung ist im Gebäude spürbar, weil die Konstruktion nicht versteckt wird. Holz, Dachform und Öffnungen sprechen offen über den Aufbau. Das Haus wirkt dadurch nicht wie ein angehängter Pavillon, sondern wie ein eigenständiger Raum im Garten, der auf seinen Platz im Außenbereich reagiert.

Reet und Sparren bleiben sichtbar

Das Dach aus Reet zieht den Blick nach oben, doch der eigentliche Reiz liegt in der Innenansicht. Auf eine Dachschalung wurde verzichtet, sodass die natürliche Struktur des Daches nach innen weiterläuft. Zusammen mit den sichtbaren Holzsparren entsteht eine klare, ehrliche Deckenzone. Sie trägt den Raum, ohne ihn zu beschweren. Gerade im Zusammenspiel mit den hellen Wandflächen bekommt das Poolhouse mit Reetdach eine ruhige Oberkante, in der Material und Konstruktion gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Auch von außen bleibt die Form einfach ablesbar. Die Reetkante sitzt weich auf der Konstruktion, darunter öffnen sich große Glasflächen zum Terrassenbereich. Die Dachlinie wird nicht durch Zusatzschichten unterbrochen. Dadurch bleibt der Charakter des Neubaus direkt mit dem handwerklichen Aufbau verbunden. Das ist ein stiller, aber wichtiger Teil der Umnutzung eines Nebengebäudes: Der neue Zweck zeigt sich nicht über Dekor, sondern über Aufbau, Proportion und Material.

Terrassenglasung, die den Raum am Rand hält

Mit der Terrassenglasung Poolhouse rückt die Grenze zum Außenbereich nah an den Sitzplatz. Man sitzt windgeschützt und behält dennoch den Blick in den Garten. Die Glaspartien sind groß genug, um den Raum zu öffnen, aber sie halten den Aufenthaltsbereich deutlich gefasst. Gerade in den Übergangszeiten ist das wichtig, weil der Raum dann nicht nur als Sommerort funktioniert, sondern als Zwischenraum für Tage mit kühler Luft und wechselndem Licht.

Im Bild zeigt sich das besonders an der Loungezone mit breiter Öffnung zum Terrassenboden. Draußen liegen Stein- und Terrassenflächen, drinnen Sofas, niedrige Möbel und helle Wandzonen. Diese Abfolge macht das Gebäude lesbar: erst der geschützte Sitzplatz, dann die Glasfläche, dahinter Garten und Horizont. Die Terrassenglasung Poolhouse bleibt dabei kein technisches Detail, sondern formt die Art, wie der Raum genutzt wird.

Wenn der Holzofen angezündet wird

Der Holzofen gehört zu den wenigen klaren Fokuspunkten im Inneren. Er sitzt nicht dekorativ im Hintergrund, sondern markiert eine Zone, in der sich Wärme und Aufenthaltsqualität bündeln. Zusammen mit der Verglasung hilft er dabei, die Nutzung über den Sommer hinaus zu verlängern. Das ist kein vollmundiges Versprechen, sondern eine einfache Folge der Bauweise: Wind bleibt draußen, Wärme bleibt eher im Raum. So bekommt das Poolhouse mit Holzofen eine zweite Saison, ohne seinen offenen Bezug zum Garten zu verlieren.

Die steinartige Einbauzone rund um den Ofen und die Ablagen nimmt diese Funktion sichtbar auf. Oberflächen in Grau und Sandtönen ordnen den Bereich, ohne ihn schwer wirken zu lassen. Über der Bank und am Durchgang bleibt genug Luft, damit die Öffnung zum Raum nicht verloren geht. Genau dort zeigt sich, wie das Gartenhaus gedacht ist: nicht als abgeschlossener Aufenthaltsraum, sondern als geschützter Rand zwischen Haus und Garten.

Erdtöne im Interieur statt harter Kontraste

Im Innenraum sind die Erdtöne im Interieur bewusst ruhig gehalten. Beige, Braun, Greige und dunkleres Holz nehmen die Farbe aus dem Blick, statt sie zu betonen. Dazu kommen natürliche Materialien wie Holz, Stoff und eine steinige Oberfläche. Nichts wirkt grell oder aufgesetzt. Die Einrichtung legt sich eher an die Konstruktion an, als dass sie mit ihr konkurriert. Dadurch bleibt der Raum offen für den Blick nach draußen und für das wechselnde Licht im Laufe des Tages.

Die Möbel wirken in diesem Zusammenhang fast zurückgenommen, obwohl sie den Raum deutlich strukturieren. Ein runder Tisch, gepolsterte Sitzflächen und lose Möbel setzen Nutzungszonen, ohne die Sichtachsen zu versperren. Das grüne Textil im Teppich und am Tisch bildet einen gezielten Akzent. Es greift die Umgebung auf, ohne das ruhige Farbkonzept zu brechen. So bekommt das Poolhouse mit Reetdach innen ein Bild, das nicht laut sein muss, um präsent zu bleiben.

Ein grüner Akzent im richtigen Maß

Der grüne Ton taucht nicht flächig auf, sondern an ausgewählten Stellen: im Teppich, am Tisch, in kleinen Flächen zwischen Holz und Stoff. Dadurch entsteht ein Bezug zum Garten, der nicht als Statement gelesen werden will. Der Raum zeigt eher eine sorgfältige Abstimmung von Oberfläche und Blickrichtung. Das Grün bringt die Pflanzen draußen nicht herein, sondern spiegelt sie in einer reduzierten Form. Gerade weil die übrigen Erdtöne im Interieur so ruhig bleiben, setzt dieser Akzent einen klaren Gegenpunkt.

Die sichtbare Konstruktion trägt die Atmosphäre

Die sichtbaren Holzsparren, das Reet und die Glasflächen bestimmen gemeinsam, wie sich das Gebäude anfühlt. Die Deckenkonstruktion ist nicht hinter einer Verkleidung verschwunden. Sie bleibt als handwerkliche Linie lesbar und gibt dem Raum seine Richtung. Im Innenraum sieht man das besonders deutlich an den schrägen Linien des Daches und an den Übergängen zu den Wänden. Das ist für ein Garten-Poolhouse entscheidend, weil dadurch die offene Nutzung nicht nur behauptet, sondern baulich nachvollziehbar wird.

Die Bilder zeigen außerdem eine steinige Wasch- oder Einbauzone mit einer klaren Form und einem dunklen Armaturdetail. Dieses Element erweitert das Nutzungsspektrum des Hauses, ohne den Raum in mehrere kleine Funktionen zu zerlegen. Es bleibt ein zusammenhängender Aufenthaltsraum mit wenigen, präzise gesetzten Einbauten. Gerade im Zusammenspiel mit Holz, Reet und Glas bekommt die Umnutzung eines Nebengebäudes eine Lesbarkeit, die aus der Konstruktion selbst heraus entsteht.

Ein Raum für Zwischenzeiten

Das Projekt ist nicht auf ein einzelnes Wetter oder eine einzige Jahreszeit festgelegt. Der Sitzplatz unter dem Reetdach, die windgeschützte Verglasung und der Holzofen verschieben den Schwerpunkt in Richtung Frühjahr, Spätsommer und Herbst. Dabei bleibt der Bezug zum Garten immer präsent. Die Möbel stehen niedrig, die Öffnungen bleiben groß, und das Licht kann tief in den Raum fallen. So entsteht ein Poolhouse, das den Außenraum nicht ersetzt, sondern ihn verlängert.

Gerade diese Zurückhaltung macht das Poolhouse mit Reetdach überzeugend. Es arbeitet mit einer klaren neuen Struktur, mit einer sichtbaren Holzkonstruktion und mit Materialien, die sich nicht gegenseitig übertönen. Das ehemalige Nebengebäude hat dadurch eine neue Rolle bekommen: als geschützter Aufenthaltsort am Rand des Gartens, in dem sich Verglasung, Dach und Innenausbau direkt aufeinander beziehen.

Die Details bleiben dabei nah an der Nutzung. Reet, Holz, Stein und Glas bilden keine Kulisse, sondern den Rahmen für einen Raum, der zwischen draußen und drinnen vermittelt. Genau darin liegt die Stärke dieses Garten-Poolhouses: Es zeigt, wie aus einem beschädigten Bestand ein klar lesbarer Neubau werden kann, wenn Konstruktion, Material und Öffnung gemeinsam gedacht werden.

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