Architectenbureau Luc Spits

Schwebendes Wohnvolumen mit weißer Backsteinfassade und großen Glasflächen

Zwischen zwei Baukörpern öffnet sich eine Leerstelle, die fast genauso präsent ist wie die Masse selbst. Das schwebendes Wohnvolumen wirkt hier nicht als Geste, sondern als sichtbare Spannung: unten der geschützte Bereich, darüber ein Volumen mit klarer Kante, dazwischen Licht, Luft und ein kurzer Blick in den Garten. Weißes Mauerwerk, dunkle Rahmen und große Glasflächen halten diese Komposition zusammen, ohne sie zu glätten.

Von außen liest sich das Haus als präzise gesetzte Folge von Flächen. Die weiße Backsteinfassade zieht sich ruhig über die Volumen, während die Öffnungen tief in die Wand schneiden. Schwarze und dunkelgraue Rahmen setzen die Linien scharf ab. Gerade dort, wo das Gebäude fast stillsteht, zeigt sich das architektonische Prinzip am deutlichsten: geschlossene Wand, offene Zwischenzone, verglaste Kanten. Das schwebendes Wohnvolumen bekommt so eine klare Kontur, ohne auf Effekte angewiesen zu sein.

Die Leerstelle zwischen den Volumen

Der wichtigste Raum liegt nicht in einem Zimmer, sondern zwischen zwei Körpern. Diese offene Zone nimmt dem Haus Gewicht und gibt dem Blick eine Richtung. Tageslicht fällt frei durch die Mitte, die Wände treten zurück, und die beiden Volumen scheinen sich nur knapp zu berühren. In den Aufnahmen wird daraus eine starke räumliche Pause, die das ganze Projekt trägt. Genau hier entsteht die Wirkung des schwebendes Wohnvolumen: nicht als Behauptung, sondern als Abstand, der sichtbar gemacht wird.

Diese Zwischenzone ist mehr als ein Durchgang. Sie ordnet Terrasse, Innenraum und Außenraum neu. Von einem Punkt aus sieht man Glas, Mauerwerk und Himmel in einer einzigen Achse. Die offene Mitte wirkt dabei wie ein Schnitt durch das Gebäude, der das Verhältnis von Masse und Leere offenlegt. Das Haus zeigt seine Konstruktion nicht laut, aber deutlich. Die Präsenz entsteht aus dem Weglassen, nicht aus Überladung.

Weiße Backsteinfassade mit dunklen Linien

Die weiße Backsteinfassade bildet den ruhigsten Teil des Projekts. Ihre Oberfläche bleibt geschlossen und doch lebendig, weil Fugen, Licht und Schatten die Fläche immer wieder anders lesen lassen. An den Kanten sitzen dunkle Rahmen und Balken, die das Weiß klar fassen. Gerade im Zusammenspiel mit den großen Glasflächen gewinnt die Wand an Tiefe. Sie steht nicht einfach als Kulisse da, sondern markiert die Grenze zwischen Innen und Außen mit einem präzisen Materialwechsel.

Einige Ansichten lenken den Blick auf das Fassadendetail Fensterrahmen: vertikale Glasstreifen, dunkle Laibungen und die saubere Übergabe von Mauerwerk zu Öffnung. Das Ergebnis ist kein dekoratives Muster, sondern eine ruhige Geometrie. Die Fassadenfläche bleibt zurückhaltend, während die Öffnungen das Haus gliedern. So entsteht ein Bild, das zugleich geschlossen und durchlässig wirkt. Die weiße Backsteinfassade trägt diesen Eindruck über alle Ansichten hinweg.

Große Glasflächen als Verbindung

Die großen Glasflächen holen den Garten nah an den Wohnraum heran. Man sieht Licht, Reflexe und die scharfen Konturen der Rahmen, aber auch Vorhänge oder helle Screens, die einzelne Öffnungen weicher machen. Die Verglasung ist dabei nicht bloß transparent. Sie richtet den Blick, rahmt das Grün und lässt die Tiefe des Raums spürbar werden. In der Kombination mit dem weißen Mauerwerk entsteht eine starke Gegenüberstellung aus Masse und Offenheit.

Im Inneren setzt sich diese Haltung fort. Der Wohn- und Essbereich liegt an einer breiten Fensterwand, die den Außenraum fast bis an den Tisch heranzieht. Der Blick bleibt niedrig und weit zugleich: Boden, Glas, Garten, wieder Boden. Das ist ein klarer Indoor-Outdoor Essbereich, der nicht über Ausstattung erzählt, sondern über Nähe und Sichtbeziehungen. Das schwebendes Wohnvolumen zeigt sich hier als Raum, der auf Licht und Ausrichtung baut.

Ein überdachter Außenraum mit direktem Bezug zum Garten

Unter dem Auskragungselement entsteht eine überdachte Terrasse, die den Übergang zwischen Haus und Garten auslegt. Die dunkle Unterkante des Überstands zeichnet eine klare Horizontale, darunter stehen Tisch und Sitzbereich im Schutz des Volumens. Von hier aus öffnet sich der Blick auf Rasen und Pflanzen. Die Terrasse ist kein dekorativer Anbau, sondern ein eigener Raum unter dem Baukörper, mit eigener Decke, eigener Tiefe und direkter Beziehung zur Verglasung.

Die Konstruktion wirkt an dieser Stelle besonders präzise. Slanke Stützen tragen den Überstand, der das obere Volumen scheinbar abhebt. Das ist visuell stark, aber nie überzeichnet. Der Außenraum bekommt dadurch eine Lesbarkeit, die im Alltag wichtig bleibt: geschützt sitzen, nach draußen sehen, den Übergang zwischen Innen und Außen ohne Schwelle erleben. Genau dort trifft das schwebendes Wohnvolumen auf den Alltag des Hauses.

Ein Wohnraum, der Licht in den Grundriss zieht

Im Wohn- und Essbereich fällt das Licht großflächig ein. Die Glaswand öffnet den Raum, ohne ihn aufzulösen, und legt die Blickachse in Richtung Grün frei. Möbel und Oberflächen treten zurück; wichtiger sind die Proportionen zwischen Decke, Öffnung und Boden. So bleibt die Einrichtung Teil der Architektur. Die Raumkante liest sich scharf, die Übergänge bleiben ruhig, und die Verglasung übernimmt einen großen Teil der Raumwirkung.

Gerade an diesen Stellen zeigt sich die Verbindung von Innenraum und Außenraum am deutlichsten. Die Materialien bleiben reduziert: Glas, weißes Mauerwerk, dunkle Rahmen, dazu steinartige Oberflächen in den Nebenbereichen. In der Dusche erscheint eine graue, steinige Bekleidung mit linearem Lichtband; sie steht als sachlicher Gegenpol zu den hellen Wohnzonen. Nichts ist laut gesetzt. Das Haus arbeitet mit Fläche, Schnitt und Licht. Das schwebendes Wohnvolumen bleibt auch hier die Leitidee, sichtbar in der Abfolge von Öffnung und Rückzug.

Material und Detail statt Lautstärke

Die Qualität des Projekts liegt im Zusammenspiel kleiner Entscheidungen. Weiße Steine, dunkle Rahmen, glatte Glasflächen und die sorgfältig gesetzten Kanten der Überstände geben dem Haus eine klare Ordnung. Selbst die unscheinbaren Bereiche bleiben lesbar: ein Seitenfenster, eine Eckverbindung, ein Übergang am Dachrand. Das Bild bleibt ruhig, weil die Details nicht konkurrieren. Sie stützen die Form und lassen die beiden Volumen deutlicher erscheinen.

Auch der Fotografenblick trägt dazu bei, dass die Architektur nicht isoliert wirkt. Die Aufnahmen zeigen die offene Mitte, den überdachten Außenraum und den Wohnbereich mit Gartenbezug als zusammenhängende Abfolge. So wird das schwebendes Wohnvolumen weniger als Einzelmotiv verstanden, sondern als räumliches Prinzip. Das Haus lebt von diesem Abstand zwischen den Körpern, von der Lücke, die Licht aufnimmt, und von der weißen Backsteinfassade, die alles zusammenhält.

Fotograaf:
Caroline Dethier

Projectleveranciers/materialen:
Briques Petersen

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