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Teilunterkellertes Einfamilienhaus mit Glasfassade

Ein dunkler Baukörper sitzt im Hang, fast wie eingeschoben zwischen die Bäume. Von der Straße zeigt das teilunterkellerte Haus zunächst wenig von seiner Tiefe; erst weiter unten öffnet es sich zum Gelände und zum Grün. Das Grundstück mit seinem deutlichen Höhenversatz bestimmt die Figur des Hauses. Aus der kompakten, schwarzen Masse wird ein zweigeschossiger Entwurf, der sich Schritt für Schritt zur Landschaft hin löst und den Blick in den Wald aufnimmt.

Vom geschlossenen Volumen zur Glasfront

Die äußere Form bleibt zunächst streng, dann wird sie an den Fassaden nach und nach aufgebrochen. Auf den dunklen Holzflächen folgen größere Öffnungen, bis sich ein transparentes Glasvolumen abzeichnet, das beinahe im Bestand der Bäume verschwindet. Diese Bewegung vom geschlossenen Körper zur leichten, durchsichtigen Zone ist der prägende Gedanke des Hauses. Gerade im Zusammenspiel mit der topografischen Lage wirkt die Baufigur nicht aufgesetzt, sondern aus dem Gelände entwickelt. Das haus mit glasfassade ordnet die Räume dabei so, dass Aussicht und Schutz ineinandergreifen.

Ein kompaktes Einfamilienhaus für viele Räume

Im Inneren musste das Programm in ein knappes Volumen passen: vier Schlafzimmer, zwei Bäder, ein Atelier sowie Kochen, Essen und Wohnen. Dazu kommt ein Abstellraum, der die Nutzung des Hauses ergänzt, ohne die Hauptflächen zu belasten. Die Planung setzt deshalb auf klare Wege und kurze Übergänge. Das kompakte Einfamilienhaus verteilt die Funktionen auf zwei Ebenen, wobei das untere Geschoss direkt zum Terrassenbereich ausläuft. So bleibt die Fläche kompakt, während der Raum durch die Öffnungen deutlich größer wirkt, als es der Baukörper von außen vermuten lässt.

Beton unten, Stahl oben

Der halbeingeschossene untere Teil besteht aus vorgefertigten, gedämmten Wänden mit zwei Stahlbetonplatten. Innen wie außen bleibt der Beton sichtbar. Diese Rohheit ist nicht kaschiert; sie bildet den ruhigen Unterbau des Hauses und trägt die darüberliegende Konstruktion. Das untere Niveau öffnet sich direkt auf eine Terrasse und zieht den Wohnraum nach draußen. Der obere Baukörper am Straßenniveau ist als industrielle Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt, mit Sandwichpaneelen gedämmt und mit schwarz gebeiztem Holz verkleidet. Die helle Glaszone dazwischen nimmt dem Gesamtvolumen die Schwere.

Aus der Straße betrachtet, sitzt das Haus noch immer als dunkler Block im Grün. Erst beim Näherkommen erkennt man, wie sich der Holz-Beton-Stahl-Materialmix gegeneinander verschiebt. Das sichtbare Tragwerk des unteren Bereichs, die schwarz lasierte Verkleidung oben und die großen Öffnungen dazwischen erzeugen ein Gebäude, das aus gegensätzlichen Schichten besteht. Nichts ist verkleidet, um glatt zu wirken. Die Oberflächen bleiben lesbar, und genau dadurch wird die Konstruktion Teil der Architektur.

Große Öffnungen, die den Wald in den Raum ziehen

Rund zwei Drittel der Fassaden bestehen aus Fenstern vom Boden bis zur Decke. Diese Proportion prägt die Innenräume stärker als jedes einzelne Möbelstück. Tageslicht läuft tief in den Grundriss, und die Baumstämme bleiben ständig präsent, auch wenn man im Haus sitzt oder arbeitet. Die boden-bis-decke Fenster lassen die Räume zwischen Innen und Außen schwingen, ohne die Schichten der Konstruktion zu leugnen. Gerade in der Wohnzone wird die Terrassenkante zu einer schmalen Schwelle, hinter der Glas und Grün den Blick übernehmen.

Eine Terrasse mit Glaswand als zweite Wohnfläche

Das untere Geschoss mündet direkt in einen Terrassenbereich, der wie eine Verlängerung des Wohnraums funktioniert. Die Terrasse mit Glaswand nimmt die Aussicht auf und hält den Rand des Hauses leicht. Von hier aus lassen sich die Betonelemente des Sockels, die senkrechten Linien der Verglasung und die dunklen Metalllinien der Geländer gleichzeitig lesen. Die Verbindung ist nicht inszeniert, sondern baulich klar: ein Schritt aus dem Innenraum genügt, und der Boden läuft in dieselbe Richtung weiter. So entsteht ein Außenraum, der eng an das Haus gebunden bleibt.

Im Inneren zeigen die Bilder vor allem Holz, Glas und dunkle Metallteile in enger Folge. Eine Sitzzone liegt an einer großen Fensterfläche, daneben läuft die schwarze Treppe mit ihrer schlanken Geländerlösung durch den Raum. In den Schlafräumen wiederholt sich das Fensterband mit vertikalen Unterteilungen, während Vorhänge und Holzflächen die harten Kanten etwas fassen. Das Holz gibt den Räumen einen sichtbaren Griff, ohne sie zu beschweren. Es trifft auf Beton und Stahl, und gerade dieser Wechsel macht die Räume lesbar.

Materialien, die nichts verbergen

Der Holz-Beton-Stahl-Materialmix ist nicht als dekoratives Konzept eingesetzt, sondern als direkte Folge der Konstruktion. Beton bleibt an Wänden und Decken sichtbar, Stahl zeigt sich in Treppen und Tragelementen, und das schwarz gebeizte Holz legt sich wie eine dunkle Haut über das obere Volumen. Zwischen diesen Ebenen sitzen die Glasflächen mit ihren schlanken Rahmen. Dadurch wirkt das Haus nicht einheitlich, sondern geschichtet. Man erkennt, wo Last getragen wird, wo geschlossen wurde und wo der Blick frei bleibt.

Auch die Arbeits- und Kochzone folgt dieser Logik. Ein betonteiliger Arbeitsbereich, darüber dunkle Leuchten und daneben eine großformatige Verglasung: mehr braucht es nicht, um die Raumtiefe zu zeigen. Die offenen Sichtachsen reichen bis ins Grün, während die Materialität des Innenraums kompakt bleibt. Der Atelierbereich nutzt dieselbe Klarheit. Dort treffen Betonflächen auf Glas und dunkle Einbauten, sodass der Raum für Arbeit nicht von der übrigen Struktur des Hauses abgekoppelt wird.

Leben zwischen zwei Ebenen

Das Haus entfaltet seine Wirkung nicht über Größe, sondern über den Wechsel zwischen dem geschützten unteren Geschoss und dem höher sitzenden Hauptvolumen. Unten liegen die Räume näher am Terrain, oben schiebt sich der Wohnkörper frei aus dem Unterbau heraus. Dieser Versatz erzeugt die schwebende Wahrnehmung zwischen den Bäumen, die in den Bildern immer wieder aufscheint. Das Gebäude bleibt dabei präzise und zurückhaltend. Seine Präsenz entsteht aus der Lage, der Schichtung und den offenen Kanten, nicht aus Geste.

Im Zusammenspiel von dunkler Hülle, sichtbarem Beton und großen Glasflächen entsteht ein Wohnhaus, das das Gelände nicht glättet, sondern lesbar macht. Die Räume folgen dem Hang, die Terrassenkante bindet den Außenraum an, und die hohen Fenster holen den Wald in den Alltag. So wird das teilunterkellerte Haus weniger als Objekt, sondern als räumliche Folge erfahrbar: erst die geschlossene Straße, dann der Beton im Sockel, danach Licht, Glas und die Bäume dahinter.

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