Luxuriöse Küche im historischen Haus
Die Rückseite des Souterrains setzt den Ton: Hier liegt die luxuriöse Küche im historischen Haus, nicht als Anbau, sondern tief in die vorhandene Struktur eingearbeitet. Der Raum war anfangs nur etwa zwei Meter hoch. Erst durch das Absenken des Souterrains um einen Meter und das Entfernen eines Teils der Bel-Etage im hinteren Bereich entstand jene vertikale Spannung, die den Ort heute prägt. Große Glasflächen öffnen die Küche zum Gartenlicht, während die Länge der Wände die neue Höhe noch deutlicher spürbar macht.
Eine doppelhohe Küche mit klarer räumlicher Wirkung
Die Küche lebt von ihrem Maßstab. Über sechs Meter Höhe verändern jede Bewegung im Raum; selbst die Küchenschränke erscheinen hier wie eine Architektur im Raum. Die große, verglaste Front zieht den Blick nach außen, gleichzeitig bleibt der Innenraum mit seiner dunkleren Materialität ruhig gefasst. Genau in diesem Wechsel zwischen Öffnung und Fassung liegt die Stärke der Küche mit großen Glasfronten. Das Licht fällt tief in den Grundriss und betont die vertikale Schnittlinie zwischen Boden, Wand und Decke.
Die Eingriffe im Bestand sind nicht versteckt, sondern formen die Wirkung des Raums. Wo zuvor eine niedrige Zone lag, spannt sich nun eine doppelhohe Küche auf, die Kochen und Wohnen unmittelbar zusammenzieht. Der historische Rahmen bleibt ablesbar, doch er wird durch die neue Höhe neu interpretiert. Das Ergebnis ist keine Kulisse, sondern ein Raum mit deutlicher Kante: Glas, Stahl, Holz und ein ruhiger Deckenabschluss stehen nebeneinander und machen den Umbau nachvollziehbar.
Maßgefertigte Schränke, die bis in die Höhe ziehen
An der Wand stehen fünf Meter hohe Schränke, bekleidet mit Holz im Herringbone-Muster. Sie nehmen die Raumhöhe nicht nur auf, sie führen sie weiter. Dadurch bekommt die maßgefertigte Küche eine klare Vertikale, die sich von den niedrigen Küchenlösungen abhebt, die man in historischen Häusern oft erwartet. Das Holz mit seinem wiederholten Muster wirkt dabei nicht dekorativ im beiläufigen Sinn; es ordnet die Fläche und gibt den hohen Fronten eine lesbare Struktur.
Holz und Muster als durchgehende Linie
Dasselbe Muster taucht in der Living-Zone wieder auf, dort auf dem Boden. Dadurch wird die Küche nicht als einzelne Insel behandelt, sondern als Teil eines zusammenhängenden Innenraums. Der Übergang vom Kochbereich in den Wohnbereich läuft über Material und Richtung, nicht über ein hartes Trennmotiv. Gerade in einem historischen Haus innenraum mit viel Charakter ist diese Wiederholung wirkungsvoll, weil sie die neue Raumlogik sichtbar macht, ohne den Bestand zu übertönen.
Auch die dunklen Maßarbeiten in den Fotos folgen diesem Gedanken. Schränke, Nischen und Wandflächen bleiben kontrolliert dunkel, sodass die Holztextur und das Licht an den Kanten stärker hervortreten. In der Gesamtansicht wirkt das nicht schwer, sondern konzentriert. Der Blick bleibt an den Fugen, an den Fronten und an den Übergängen zwischen Oberfläche und Öffnung hängen. So gewinnt die dunkle Maßanfertigung ihre Präsenz nicht aus Farbe allein, sondern aus der Präzision ihrer Flächen.
Die blau stählerne Treppe als Gegenpol
Zwischen Küchenzone und angrenzender Ebene setzt die moderne Treppe aus blauem Stahl einen straffen Akzent. Ihre Linien sind deutlich lesbar, fast technisch, und genau das macht ihren Reiz im Kontext des historischen Hauses aus. Sie steht nicht als Zitat alter Bauteile im Raum, sondern als klarer Gegenspieler zu Holz und Glas. Im Zusammenspiel mit der großen Raumhöhe wird das Treppenhaus innenraum zu einem sichtbaren Übergang, nicht zu einem bloßen Verbindungsteil.
Die Treppe verändert auch die Wahrnehmung der Proportionen. Neben den hohen Schränken und der weiten Verglasung wirkt sie schlank, beinahe grafisch. Das Material ist nüchtern, aber im Raum sehr präsent. Es markiert die Bewegung zwischen den Ebenen und nimmt dabei genau die Rolle ein, die dieser Umbau braucht: kein dekoratives Element, sondern eine klare räumliche Linie. Dadurch bleibt der Fokus auf der Küche, obwohl der Blick immer wieder in Richtung Vertikalität und Durchblick wandert.
Ein Deckenabschluss, der den Raum ruhig hält
Über der Küche liegt ein akustisches Plafond, das als einzelnes Detail ausdrücklich genannt wird. In einem so hohen Raum ist dieser Abschluss mehr als eine technische Ebene. Er zieht eine definierte Oberkante ein und verhindert, dass die Höhe unruhig auseinanderläuft. Zusammen mit den Glasfronten und den glatten Wänden entsteht so ein Innenraum, der offen bleibt und dennoch nicht ausfranst. Das Detail ist zurückhaltend, aber in der Wirkung deutlich lesbar.
Gerade in einer luxus interieur-Situation wie dieser zählt nicht die Menge der Einbauten, sondern ihre Platzierung. Das akustische Element bleibt in der Erzählung bewusst einfach, doch es trägt zur Ordnung des Raums bei. Unter ihm liegen die hohe Küchenwand, die Holzfronten und die Glasflächen; darüber endet die Konstruktion sauber. Diese Kante ist wichtig, weil sie die neue Raumhöhe überhaupt erst greifbar macht. Ohne sie würde der Raum nur groß wirken. Mit ihr bekommt er Maß.
Licht, Glas und die Verbindung zur Living-Zone
Die hohen Glaspartien holen viel Tageslicht in die Tiefe des Hauses. Man sieht das besonders dort, wo die Küche in den Wohnbereich übergeht: Licht trifft auf Holz, auf dunkle Flächen und auf den wiederholten Bodenrhythmus. Die Fläche bleibt offen genug, um die Weite zu lesen, aber geschlossen genug, um die Küche als Mittelpunkt zu halten. Genau deshalb funktioniert die Raumfolge zwischen Kochen und Wohnen so überzeugend.
Auch in der Living-Zone bleibt das Materialgedächtnis derselbe Faden. Das Herringbone-Muster auf dem Boden führt die Linie der Schränke weiter, ohne laut zu werden. Dieser Bezug schafft Orientierung in einem Innenraum, der stark umgebaut wurde. Er macht die Übergänge sichtbar und bindet die einzelnen Bereiche aneinander. Die Küche bleibt dabei der Fokus, doch die angrenzende Zone zeigt, wie konsequent das Projekt den gesamten Grundriss mitgedacht hat.
Materialwechsel mit klarer Oberfläche
Die Fotos zeigen neben Holz und Glas auch steinartige Oberflächen und dunkle, texturierte Wände. Diese Kontraste schärfen den Charakter der Küche und der angrenzenden Räume. Besonders im Zusammenspiel mit den maßgefertigten Fronten entsteht ein Interior, das nicht auf Glätte setzt, sondern auf Ablesbarkeit der Materialien. Die Flächen wirken nicht beliebig beschichtet, sondern gezielt gesetzt: hier Steinoptik, dort dunkles Holz, daneben Glas mit harter Spiegelung.
In den Detailaufnahmen fällt auf, wie stark Struktur die Atmosphäre des Projekts bestimmt. Reliefflächen, mozaikartige Akzente und feinere Wandoberflächen tauchen immer wieder auf. Sie geben den Räumen Tiefe, ohne sie zu überladen. Gerade weil die Küche so groß geworden ist, brauchen diese kleineren Oberflächen eine klare Funktion: Sie brechen die Fläche, lenken den Blick und halten den Maßstab menschlich. So entsteht ein Küchendesign, das über die reine Nutzung hinaus als Raumkomposition lesbar bleibt.
Ein Umbau, der aus dem Bestand heraus denkt
Der stärkste Eindruck liegt am Ende nicht in einem einzelnen Objekt, sondern in der Art, wie der Bestand verändert wurde. Ein Meter Tieferlegung im Souterrain, der Eingriff in die Bel-Etage, die großen Glasfronten und die hohen Einbauten greifen ineinander. Die Küche sitzt dadurch nicht zufällig an dieser Stelle, sondern exakt dort, wo der Umbau den größten räumlichen Gewinn erzeugt. Das macht die luxuriöse Küche im historischen Haus zu einem Projekt, bei dem Architektur und Innenausbau denselben Satz sprechen: aus wenig Höhe wurde ein Raum mit deutlicher Präsenz.
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