Modernes Backsteinhaus mit großen Fenstern
Die Backsteinfassade springt vor und zurück, als würde das Haus mehrere Blickrichtungen gleichzeitig aufnehmen. Auf dem dreieckigen Grundstück mit seinen sanften Böschungen entsteht so ein modernes Backsteinhaus, das den Grundriss nicht als starre Form liest, sondern als Folge versetzter Volumen. Die Öffnungen liegen nicht zufällig, sondern greifen die Umgebung in unterschiedlichen Winkeln auf. Dadurch bleibt rund um das Haus genug Raum für einen ländlichen Garten, der die Kanten der Architektur weich einfängt.
Versetzte Baukörper auf einem schräg gefassten Grundstück
Die Grundfigur ist klar ablesbar: kein kompakter Block, sondern ein Ensemble aus verschobenen Teilen. Diese versetzten Volumen erzeugen kurze Ausblicke nach mehreren Seiten und geben dem zeitgenössischen Wohnhaus eine ruhige, aber präzise Geometrie. Im Außenraum reagieren die Baukörper auf die Form des Grundstücks, das von drei leichten Geländebewegungen gefasst wird. Die Architektur nutzt diese Situation, ohne sie zu überzeichnen. Sie legt Wege, Gartenflächen und Blickachsen so an, dass das Gelände mitarbeitet statt geglättet zu werden.
Aus der Distanz wirkt das Haus geschlossen, aus der Nähe öffnen sich die Fassaden durch große Fenster und breite Einschnitte. Gerade diese Wechsel machen das modernes Backsteinhaus lesbar: ein fester, mineralischer Körper, der immer wieder Licht und Durchsicht zulässt. Die horizontalen Überstände zeichnen Linien in die Fronten, während die Glasflächen die Tiefe der Baukörper sichtbar machen. So bleibt die Form nicht nur Kontur, sondern zeigt auch, wie die Räume hinter der Hülle organisiert sind.
Backsteinfassade mit ruhigem Mauerwerksbild
Der verwendete Backstein gibt dem Haus seine stille Oberfläche. Er ist nicht glänzend und nicht dekorativ eingesetzt, sondern als durchgehendes Material, das die verschiedenen Volumen zusammenbindet. Das Mauerwerksdetail wird in den Nahaufnahmen deutlich: saubere Fugen, schmale Öffnungen, klare Kanten an Fenstern und Deckenrändern. Gerade in Verbindung mit Glas und Beton entsteht ein sachliches Bild, das den ländlichen Standort nicht nachahmt, aber auf ihn reagiert.
Die Backsteinfassade arbeitet mit wenigen Mitteln. Wo sich das Volumen verschiebt, verstärkt der Stein die Schattenkante. Wo eine Öffnung sitzt, betont er die Tiefe der Laibung. Dadurch bekommt das moderne Backsteinhaus einen festen Maßstab, der auch in den größeren Glasflächen erhalten bleibt. Die Materialwahl bleibt dabei nah an der Idee des Hauses: eine natürliche, gebrannte Oberfläche, die den Blick nicht mit Effekten ablenkt, sondern die Form trägt.
Fenster, Überstände und schmale Rahmen
Große Fenster öffnen die Wohnräume zur Landschaft und bringen viel Tageslicht tief in den Baukörper. Die schmalen Rahmen halten die Öffnungen ruhig, selbst wenn die Glasflächen groß ausfallen. An mehreren Stellen tritt die Konstruktion vor die Fenster zurück und bildet Überstände, die die Fassaden waagrecht gliedern. Zusammen mit den Balkon mit Metallgeländer entsteht ein Wechsel aus Schwere und Leichtigkeit: unten Stein und Bodenhaftung, darüber Glas, Schatten und feine Linien aus Metall.
Im Inneren bleibt die Backsteinoberfläche sichtbar. Dadurch verschiebt sich das Material nicht nur nach außen, sondern begleitet auch den Alltag in den Wohnräumen. Die warme Farbstimmung des Steins ist aus dem Innenraum wahrnehmbar und verbindet beide Seiten der Hülle. Es ist kein offener Grundriss, der sich spektakulär nach außen auflöst, sondern ein Haus, das Offenheit dosiert einsetzt. Das Ergebnis ist ein ruhigeres Raumgefühl mit klaren Kanten und gut lesbaren Übergängen.
Ländlicher Garten statt harter Grundstücksgrenze
Rund um das Haus liegt ein ländlicher Garten mit Rasen, Blumenrändern und einzelnen Gräsern, die die Steinflächen optisch lockern. Die Bilder zeigen, wie nah die Architektur am Außenraum arbeitet: Direkt vor den Fenstern liegt ein schlichter Bodenbelag, dahinter folgen die grünen Flächen. Keine strenge Trennung, sondern ein langsamer Übergang. Die versetzte Bauform hilft dabei, weil sie dem Garten unterschiedliche Breiten und Blickrichtungen gibt.
Auch die Bäume und Pflanzungen werden Teil der Komposition. Sie stehen nicht als dekorativer Abschluss am Rand, sondern bilden Gegenpole zu den langen, horizontalen Linien des Hauses. Wenn die Fassade zurückspringt, öffnet sich der Blick auf Gras, Blattwerk und Himmel. Die Architektur nutzt diese Ruhe, ohne sich in der Landschaft zu verlieren. Genau darin liegt die Stärke des Projekts: Das modernes Backsteinhaus steht klar im Gelände und nimmt dennoch Platz für Außenräume, die sich unterschiedlich nutzen und lesen lassen.
Materialwechsel zwischen Stein, Glas und Beton
Die Kombination aus Backstein, Glas und Beton bleibt sichtbar, ohne sich gegenseitig zu übertönen. Betonflächen im Außenbereich setzen den Stein nicht in Szene, sondern geben den Zugängen und Terrassen eine nüchterne Basis. Das Glas öffnet die Fassade, das Mauerwerk hält die Kontur zusammen. In den Detailaufnahmen zeigt sich, wie präzise die Materialien aufeinandertreffen: keine harte Inszenierung, sondern ein gebauter Zusammenhang aus Oberfläche, Tiefe und Schatten.
Besonders deutlich wird das an den Balkon mit Metallgeländer und den vorstehenden Bauteilen. Das Metall zeichnet schlanke Vertikalen vor die Steinflächen, während die Überstände den Fassaden Schattenlagen geben. Diese Kombination sorgt dafür, dass das moderne Backsteinhaus nicht flach wirkt. Die Schichten lassen sich ablesen, vom massiven Sockel bis zu den offenen Zonen mit viel Glas. So entsteht ein Haus, das seine Konstruktion nicht versteckt, sondern über klare Anschlüsse sichtbar macht.
Ein Mauerwerksdetail, das die ganze Haltung zeigt
Im Nahbild wird das Mauerwerksdetail fast zum Maßstab des gesamten Projekts. Der Verband ist ruhig, die Öffnungskanten sind sauber gesetzt, und selbst kleine Fenster ziehen eine klare Linie in die Wand. Diese Präzision passt zur Gesamtfigur des Hauses, das auf wenigen, gut lesbaren Entscheidungen basiert. Das Slanke des Steins unterstützt diese Wirkung zusätzlich: mehr Raum für Dämmung und Wohnfläche bleibt in der Konstruktion erhalten, ohne dass die Fassade an Präsenz verliert.
Auch der Blick von innen nach außen bestätigt diese Haltung. Der Stein ist nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Raumerfahrung. Während draußen die Fenster den Garten rahmen, bleibt drinnen die Materialität präsent und bindet die Räume an die Konstruktion zurück. Das Projekt zeigt damit, wie ein zeitgenössisches Wohnhaus aus Backstein mit versetzten Volumen und großen Fensteröffnungen nicht laut werden muss, um Eigenständigkeit zu haben. Es überzeugt über Proportion, Oberfläche und die Art, wie Licht über die Steine läuft.
Materialien und Beteiligte: Architektur: In&Out Architecture – Piet Vermeulen; Backstein: Vande Moortel sEptEm 3005. Fotografie: Tijs Ketsman.
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