Hausrenovierung mit warmem Interieur
Nach dem Rückbau blieb nicht einfach eine leere Hülle übrig, sondern die Frage, wie die Räume der Hausrenovierung wirklich genutzt werden sollten. Erst dann wurde das Interieur neu gedacht. Der Grundriss wurde kritisch geprüft, mit 3D-Ansichten nachvollziehbar gemacht und Schritt für Schritt so weiterentwickelt, dass aus Schwächen klare Wege im Haus wurden. Sichtbar ist das vor allem dort, wo weiße Flächen, Eiche und ruhige Linien den Weg durch die Räume ordnen.
Ein Grundriss, der mehr aus der Fläche holt
Die Ausgangslage war nach der Abbruchphase offen, aber noch nicht stimmig. Genau an diesem Punkt setzte der interior umbau an. Einzelne Nachteile wurden nicht kaschiert, sondern in neue Möglichkeiten übersetzt. So entstand eine bessere Zirkulation im Haus, und zugleich wurde zusätzlicher Raum gewonnen. Das Projekt blieb dabei nicht bei einer Teilverbesserung stehen. Der Plan wurde integral umgesetzt, sodass die verschiedenen Bereiche auf denselben räumlichen Gedanken reagieren und nicht nebeneinanderher laufen.
Die neue Organisation zeigt sich im Verlauf durch das Haus. Öffnungen greifen ineinander, Wege werden kürzer, und die Übergänge wirken gezielter gesetzt. Gerade in einer hausrenovierung wie dieser liegt die Stärke nicht in einer großen Geste, sondern in der Summe kleiner Entscheidungen: wo man dreht, wo man durchgeht, wo ein Raum gewinnt und der nächste nicht verliert. Der Eingriff bleibt lesbar, weil die Raumfolge nicht verschleiert wird.
Warmes minimalistisches Interieur mit Eiche und Weiß
Die Materialität hält die Räume zusammen. Weiße Wände bilden die ruhige Fläche, vor der das eichenfarbene Holz deutlicher wirkt. Das warme minimalistisches Interieur lebt von dieser Zurückhaltung: glatte Wandflächen, klare Kanten und Schrankfronten, die sich nicht aufdrängen. Die Kontinuität der Materialien gibt Orientierung, während einzelne Kontraste an Griffen, Armaturen und dunkleren Zonen die Nutzungspunkte markieren. So bleibt die Hausrenovierung nicht abstrakt, sondern liest sich über konkrete Oberflächen.
Einbauschränke in Eichefurnier ziehen sich als ruhige Linie durch die Räume. In Nischen und hohen Fronten verschwinden Dinge aus dem Blick, ohne dass die Einbauten schwer wirken. Genau diese Zurückhaltung passt zum gewünschten Gefühl des Ankommens: keine laute Inszenierung, sondern eine klare Folge von Flächen, Fugen und Holztextur. In den Bildern wird das besonders an den vertikalen Linien der Schrankfronten sichtbar, die das Maß der Räume präzise aufnehmen.
Wandnischen und eingebaute Fronten
Wandnischen nehmen den Einbauten ihre Schwere. Sie gliedern die Flächen und geben den Schränken eine feste Stelle im Raum. In den flachen Vertiefungen und durchlaufenden Fronten zeigt sich, wie der interior umbau auf Alltag reagiert: Dinge verschwinden, Wege bleiben frei, und die Wand wirkt nicht unterbrochen, sondern geführt. Das ist vor allem dort überzeugend, wo die Holzoberflächen an helle Wandzonen anschließen und die Übergänge bewusst schlicht gehalten sind.
Küche mit Stein-Arbeitsplatte und ruhigen Details
In der Küche liegt der Fokus auf einer klaren Arbeitszone. Die Stein-Arbeitsplatte Küche setzt einen festen Horizont zwischen den hellen Flächen und den Holzfronten. Dazu kommen bronzefarbene Armaturen und schlichte Metallgriffe, die als kleine, präzise Akzente funktionieren. Nichts daran ist laut, aber die Details geben der Fläche Gewicht. In den Bildern sind auch eingebaute Geräte und straffe Fronten zu sehen, die die Küche als Teil des gesamten Grundrisses lesen lassen, nicht als isolierten Raum.
Das Zusammenspiel aus Stein, Holz und Weiß wirkt besonders dann, wenn Licht auf die glatten Flächen fällt. Die Arbeitszone bleibt ruhig, weil Materialwechsel sparsam eingesetzt werden. Gerade die Küche zeigt, wie das ruhiges wohnkonzept im ganzen Haus greift: nicht über Dekor, sondern über Wiederholung, Fügung und eine genaue Platzierung der Elemente. Die offene Ansicht in Richtung Wohnbereich verstärkt diesen Eindruck, ohne den Raum zu überladen.
Bohrung? Nein: die Bogenöffnung als räumlicher Übergang
Die Bogenöffnung im Wohnbereich ist einer der klarsten Eingriffe des Projekts. Sie rahmt den Blick, verbindet die Räume und nimmt der Durchsicht die Härte einer reinen Öffnung. Im Bild entsteht dadurch ein Wechsel zwischen Offenheit und Fassung: dahinter erscheinen Sitzbank, Tisch und eine weiche Lichtstimmung, davor bleibt die Wand als klarer Rand lesbar. Die Form ist zurückhaltend, aber sie verändert die Wahrnehmung des Weges durch das Haus deutlich.
Gerade im Zusammenhang mit der besseren Zirkulation bekommt diese Öffnung Gewicht. Sie markiert nicht nur einen Durchgang, sondern eine bewusste räumliche Entscheidung. Der Blick springt weiter, während die Wand dennoch Struktur behält. So fügt sich die Bogenöffnung in den Gesamtplan ein und wirkt nicht wie ein nachträgliches Motiv, sondern wie ein Teil der Ordnung des Hauses.
Treppe, Licht und die dunklere Badzone
Die Treppe wird durch eine vertikale Lichtlinie begleitet, die den Aufstieg lesbar macht. Das Licht sitzt nicht dekorativ im Raum, sondern markiert den Verlauf an der Wand. Zusammen mit den hellen Flächen entsteht eine ruhige Führung, die den Wechsel zwischen den Ebenen betont. Solche Elemente halten die Hausrenovierung zusammen, weil sie Orientierung geben, ohne Aufmerksamkeit zu fordern. Die vertikale Linie ist dabei ein kleines, aber präzises Mittel.
Als Gegenpol zeigt die dunklere Badzone eine andere Materialstimmung. Die Wandflächen wirken geschlossener, die Nische in der Dusche bleibt klar gefasst, und die Armatur setzt sich deutlicher ab. Gerade dieser Wechsel zwischen hellen und dunkleren Bereichen verhindert Gleichförmigkeit im Haus. Er bleibt aber eingebettet in dieselbe Sprache aus ruhigen Linien und reduzierten Details. Das Ergebnis ist kein Bruch, sondern ein gezielt gesetzter Kontrast innerhalb derselben Renovierung.
Für zwei Generationen weitergedacht
Die Wohnung wird heute von der zweiten und dritten Generation der Gründer bewohnt. Das ist in der Planung spürbar, weil das Projekt nicht nur auf den Moment reagiert, sondern auf ein Haus mit Geschichte und Alltag. Die neue Raumfolge, die zusätzliche Fläche und die durchgehende Materiallogik geben dem Bestand einen klaren Rahmen für die nächsten Jahre. Die Bewohner wollten ein ruhiges, weiches Zuhause; die Architektur antwortet darauf mit flächigen Wänden, Eiche und sorgfältig gesetzten Übergängen.
Dass das Planungsprinzip im ganzen Haus durchgezogen wurde, macht die Renovierung lesbar. Vom ersten Abbruch bis zur letzten Oberfläche blieb die Richtung dieselbe: mehr Übersicht, mehr Bewegungsraum und ein Interieur, das nicht laut sein muss, um präsent zu wirken. Der Abschluss ist nicht nur ein renoviertes Haus, sondern ein neu geordneter Alltag mit klaren Wegen, integrierten Einbauten und einem Materialbild, das sich zurücknimmt und dennoch trägt.
Fotograf: Nicolas Broeckx
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