Marokkanischer Garten mit Loungeecke
Zwischen Wand und Terrasse liegt ein schmaler Garten, der mit wenigen, klar gesetzten Elementen viel Raum gewinnt. Die rechteckigen Keramikfliesen im Außenbereich ziehen sich in warmen Brauntönen entlang der Schiebeöffnung und lassen die Fläche breiter wirken, als sie ist. Genau darauf zielte die Ausarbeitung des bestehenden Plans: aus einem kleinen Maß von rund 2,90 mal 6,50 Meter eine überdachte Loungeecke, einen Essplatz, einen Außenkamin und Platz für Holz zu entwickeln. Nach der Freigabe wurde auch die Ausführung übernommen.
Der Wunsch nach einem Garten mit marokkanischem Ton
Die Vorgaben kamen direkt von den Bewohnern. Nicht eine große Geste stand im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie sich auf engem Grund ein eigener Ort zum Sitzen, Essen und Ankommen einrichten lässt. Die Antwort liegt in der Staffelung der Zonen: vorne die Lounge, weiter hinten der Essplatz, dazwischen harte Flächen, Holz und Licht. So entsteht ein marokkanischer Garten, der nicht über Dekor funktioniert, sondern über Material und Proportion. Mediterrane Bepflanzung und gezielt gesetzte Beleuchtung tragen den Ton der Anlage.
Keramikfliesen im Außenbereich geben die Richtung vor
Die Bodenfläche ist präzise gefasst. Rechteckige keramische Fliesen in einer bräunlichen Lehmfarbe liegen im Wildverband und verlaufen parallel zur Glasfront. Diese Ausrichtung ist kein Zufall: Sie streckt den Blick und beruhigt den schmalen Zuschnitt. Die Fläche wirkt dadurch weniger wie ein Endpunkt, sondern wie eine Verlängerung der Wohnung. Die Keramikfliesen im Außenbereich treffen auf eine Holzterrasse aus alten Wagondielen, deren unregelmäßige Oberfläche einen deutlich anderen Rhythmus setzt als das glatte Keramikfeld.
Terrakotta-Töne statt harter Kontraste
Der warme Eindruck entsteht nicht durch Überladung, sondern durch die Abstimmung der Farben. Terrakotta-Töne, Lehm, Braun und sandige Nuancen tauchen im Belag, in den Töpfen und in der Wandgestaltung auf. Dazu kommen Stuckflächen in Weiß und Mauerwerk, die den dunkleren Hölzern eine ruhige Gegenüberstellung geben. Genau diese Mischung trägt die gewünschte Stimmung, ohne auf touristische Motive zu setzen. Im marokkanischen Garten bleibt die Materialität greifbar: Stein, Holz, Putz und Licht sprechen dieselbe Sprache.
Die überdachte Loungeecke als eigentliche Mitte
Unter der robusten Holzüberdachung liegt der dichteste Teil der Anlage. Hier bündelt sich die Nutzung: eine feste Bank, ein geschützter Sitzplatz und die Nähe zum Feuer. Die Konstruktion im Barnwood-Look gibt dem Bereich Gewicht, ohne ihn zu beschweren. Von innen betrachtet rahmt sie den Blick auf die Gartenwand, von außen markiert sie den Übergang zwischen Haus und Garten. In dieser überdachte Loungeecke stehen Möbel und Architektur nicht getrennt nebeneinander, sondern greifen ineinander.
Maatwerk aan de wand
Die Bank wurde als Maßanfertigung eingebaut und folgt der Wandlinie genau. Daneben sitzt ein Schrank in weißer Stuckoptik, der das Holz aufnimmt und zugleich die Fläche gliedert. Diese Holzlager Wandnische ist nicht versteckt, sondern Teil des Bildes: Die aufgeschichteten Scheite geben der Wand Tiefe und bringen ein trockenes, grafisches Muster in die sonst glatten Flächen. So wird aus einem praktischen Stauraum ein sichtbares Element der Gartenszene.
Der Außenkamin als sichtbarer Anker
Der Außenkamin hängt förmlich im Zentrum der Wand. Das Feuer steht frei im Blick, eingerahmt von Mauerwerk und Nischen mit Holz. Gerade in den Abendstunden zieht dieses Detail den Blick auf sich, weil es Bewegung in eine klare, horizontale Anlage bringt. Der Kamin ist nicht nur ein Heizpunkt, sondern auch ein Gegenüber zur Bank. Wer sitzt, blickt auf das Feuer; wer durch die Tür tritt, sieht zuerst die Flamme und die dunkle Fassung der Wand.
Damit der Bereich auch bei kühleren Temperaturen nutzbar bleibt, greifen Feuer, Überdachung und Licht ineinander. Das geplante warmes Außenlicht setzt an Wand und Bepflanzung an und nimmt dem kleinen Garten jede Härte. Keine flächige Ausleuchtung, sondern einzelne Lichtpunkte begleiten die Wege und betonen Kanten, Pflanzgefäße und die Tiefe der Nischen. So erhält die Anlage am Abend einen eigenen Takt, der das Feuer nicht überstrahlt, sondern unterstützt.
Bepflanzung, die die klare Geometrie weicher macht
Zwischen Fliese, Holz und Putz steht eine Auswahl an Pflanzen mit deutlich erkennbarer Form. Eine mehrstämmige Kurkeiche bringt Volumen und eine lebendige Krone in die kleine Fläche, während Agaven mit strenger Silhouette die Linien der Architektur aufnehmen. Ergänzt wird das Bild durch mediterrane Bepflanzung, die den Garten nicht überfrachtet, sondern zwischen den baulichen Elementen ansetzt. Die Pflanzen sitzen in klar gefassten Bereichen und lassen die Wandflächen weiterhin lesbar.
Wasser, Ton und Licht als leise Akzente
Am Rand der Einrichtung stehen eine Wasserschale, Terrakottatöpfe und oosterse Verlichtingsarmaturen, die in ihrer Form zurückhaltend bleiben. Sie wirken eher wie sorgfältig gesetzte Punkte als wie dekorative Zugabe. Das Wasser reflektiert das Licht, die Töpfe wiederholen die Erdpalette, und die Leuchten zeichnen in der Dämmerung eine ruhige Linie. In dieser Kombination bleibt der Garten kompakt und präzise, aber nicht streng. Die kleinen Ergänzungen verbinden die einzelnen Zonen und geben dem Raum Tiefe.
Am Ende ist die Wirkung nicht die eines überfrachteten Themenraums, sondern die eines kleinen Gartens mit klarer Haltung. Die überdachte Loungeecke, der Außenkamin, die warmen Keramikfliesen im Außenbereich und das Holz in Wandnische und Überdachung greifen sichtbar ineinander. Gerade weil die Fläche begrenzt ist, zählt jeder Schnitt, jede Fuge und jeder Lichtpunkt. Der marokkanische Garten lebt von diesen präzisen Entscheidungen und von der Art, wie sie die Nutzung des kleinen Stadtraums ordnen.
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