Dachterrassengarten
Terrassendielen, Glas und viel Blattmasse prägen diesen Dachterrassengarten in einer oberen Wohnebene. Die Anlage liegt auf der 10. und 11. Etage eines neuen Wohnturms und wurde bereits während der Bauphase mitgedacht. So greifen der Außenraum, der Essplatz und die angrenzenden Balkone ineinander, ohne dass alles auf einen Blick zu lesen ist. Genau diese Staffelung gibt dem Dachgarten Tiefe. Zwischen den erhöhten Pflanzbeeten und der gläsernen Umrandung bleibt der Blick offen, während das Grün den Rand des Terrassenraums fasst.
Ein Dachgarten, der den Wohnraum weiterführt
Der Grundgedanke ist einfach und lässt sich im Raum schnell ablesen: Viel Grün, ein Platz zum Essen und eine klare Trennung der Zonen. Der Dachterrassengarten wirkt wie eine Verlängerung des Wohnraums, nicht wie eine lose aufgesetzte Außeneinrichtung. Das zeigt sich in den niedrigen Tischhöhen, den Sitzmöbeln und den Pflanzkästen, die die Fläche gliedern. Dadurch entstehen mehrere Nutzungen auf vergleichsweise kleinem Grundriss. Wer auf die Terrasse tritt, sieht nicht sofort alles zugleich. Die Wege, Kanten und Sichtachsen bauen sich nacheinander auf.
Die Ränder sind mit erhöhten Pflanzbeeten besetzt, in denen das Grün dicht an die Sitzplätze heranrückt. Diese Beete fassen die Terrasse und schaffen Abstand, ohne den Raum zu schließen. Im Zusammenspiel mit dem Glasgeländer bleibt die Aussicht präsent, doch die Bepflanzung nimmt der Konstruktion ihre Härte. Auf den Fotos treffen klare Linien auf weiche Kronen, und genau daraus entsteht die Wirkung des Dachterrassengartens: transparent genug für den Weitblick, dicht genug für Ruhe im direkten Umfeld.
Privatsphäre unter der teiltransparenten Überdachung
Über dem Essbereich liegt eine teiltransparente Überdachung, die zwei Aufgaben zugleich erfüllt. Sie schützt vor Windstößen in der Höhe und gibt dem Sitzplatz die nötige Zurückhaltung gegenüber den Nachbarn oberhalb. Weil die Konstruktion nicht vollständig geschlossen ist, bleibt es unter ihr hell. Das Licht fällt gefiltert ein, statt den Tisch in Schatten zu legen. Auf diese Weise bekommt die Dachterrasse mit Privatsphäre einen geschützten Kern, ohne an Offenheit zu verlieren. Besonders im Abendlicht wirkt dieser Bereich wie eine ruhige Nische im Dachgeschoss.
Die Überdachung ist auch von außen ablesbar: horizontale Linien, ein leichter Schirmcharakter und die Verbindung zu den Seitenflächen des Terrassengartens. Zusammen mit dem Glasgeländer entsteht eine klare Schichtung aus Schutz, Durchsicht und Begrünung. Das macht den Raum lesbar, auch wenn er nicht vollständig einsehbar ist. Gerade auf einer Dachterrasse ist das wichtig. Hier bleibt der Wind spürbar, aber er dominiert den Aufenthalt nicht. Der Essplatz bekommt damit eine feste Rolle im Gesamtplan, statt nur ein Randbereich zu sein.
Beleuchtung und Heizer für kühlere Tage
Am Essplatz wurde eine Terrassenleuchte mit Heizer ergänzt. Das ist kein Nebenprodukt, sondern Teil der Nutzung. Sobald die Temperaturen sinken, bleibt der Tisch im Freien bespielbar. Das Licht setzt den Bereich im Dunkeln ab, während der Heizer den Aufenthalt verlängert. In den Abendaufnahmen ist zu sehen, wie die Beleuchtung entlang der Ränder und zwischen den Pflanzen weiterführt, statt nur einen einzelnen Punkt auszuleuchten. So entsteht eine zweite Ebene des Dachterrassengartens: tagsüber Grün und Aussicht, abends Kontur, Licht und ein klar gefasster Sitzbereich.
Mehrstämmige Bäume und Blattstrukturen als Raumbildner
Die Bepflanzung arbeitet mit Volumen. Mehrstämmige Bäume setzen Höhe in den Dachgarten und geben den Pflanzbeeten eine vertikale Mitte. Darunter liegen Pflanzen mit viel Blattstruktur, darunter Farne, die die Wirkung der Fläche verdichten. In den Beeten wechseln sich größere Pflanzen mit ruhigeren, wintergrünen Arten ab. Dadurch bleibt der Garten nicht auf eine Saison festgelegt. Auch im Winter bleibt das Gefühl eines echten Gartens erhalten, weil nicht nur einzelne Akzente, sondern ganze Pflanzbilder stehen bleiben.
Die Auswahl berücksichtigt die Bedingungen in der Höhe. Windtolerante Pflanzen sind hier nicht nur eine praktische Entscheidung, sondern prägen auch die Optik. Das Grün bleibt kompakt genug, um den Dachgarten zu fassen, und leicht genug, um nicht gegen die Architektur anzukämpfen. Die Bäume auf der Dachterrasse wirken dabei wie Marker im Raum. Sie geben den Sitzzonen eine Größe und halten die Proportionen zwischen Terrasse, Geländer und Überdachung zusammen, ohne den Blick auf die Stadt zu blockieren.
Lose Pflanzgefäße für ein bewegtes Bild
Neben den festen Beeten stehen mehrere lose Töpfe. Sie lockern die strenge Ordnung der Ränder auf und setzen kurze Unterbrechungen zwischen den größeren Pflanzvolumen. Gerade auf einem Dach, wo viele Elemente aus Sicherheitsgründen ruhig und klar ausgebildet sind, bringen diese Gefäße eine leichte Verschiebung in das Gesamtbild. Das Grün steht nicht nur in einer Linie, sondern verteilt sich in kleineren Gruppen. Dadurch wirkt der Dachterrassengarten weniger statisch und bekommt an den Übergängen mehr Tiefe.
Ein Terrassentag mit klaren Zonen und offenem Blick
Die Sitzfläche ist so angelegt, dass man den Raum nicht auf einmal überblickt. Diese Entscheidung macht den Dachgarten größer, als es seine Fläche vermuten lässt. Zwischen Bank, Tisch und Pflanzbeeten entstehen kurze Wege und kleine Abschirmungen. Das Glasgeländer hält die Aussicht frei, die Pflanzen setzen davor eine zweite Ebene. So bleibt der Blick auf das Umfeld offen, während der Aufenthalt im Garten einen eigenen Maßstab bekommt. Der Dachterrassengarten lebt genau von dieser Überlagerung aus Weite und Fassung.
Auch die angrenzenden Balkone gehören zu diesem Aufbau. Sie erweitern die Planung über den Essplatz hinaus und greifen das Material- und Pflanzenkonzept auf. Der Übergang zwischen Innen und Außen wird dadurch nicht mit großen Gesten markiert, sondern über wiederkehrende Linien, Pflanzvolumen und Sichtachsen. Wer aus dem Wohnraum auf die Terrasse tritt, findet keine abrupte Schwelle, sondern eine Abfolge aus Licht, Glas, Holz und Grün. Gerade im oberen Geschoss wirkt diese Ruhe überzeugend, weil der Ort selbst schon viel Bewegung mitbringt.
Im Zusammenspiel von Überdachung, erhöhten Pflanzbeeten, Bäumen und Beleuchtung zeigt sich die Stärke dieses Dachterrassengartens am Abend besonders deutlich. Dann treten die Ränder stärker hervor, die Pflanzen werfen Schatten in die Beete, und die Terrasse liest sich als zusammenhängender Aufenthaltsort. Der Blick bleibt auf die Linien des Geländers und auf die Kronen der Bäume gerichtet. Das Ergebnis ist ein Dachgarten, der nicht nur für die warme Jahreszeit gedacht ist, sondern über mehrere Monate hinweg genutzt werden kann.
Beiträger: Gärtner – Kroeze Hoveniers
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