Jeroen de Nijs

70er-Jahre-Haus mit Innenhofpatio und offenem Loftgrundriss

Die Innenhofpatio im Haus liegt nicht am Rand, sondern im Zentrum der Raumfolge. Durch die großen Glasflächen fällt das Licht weit in den Grundriss, während dunkle Holzdetails die offenen Zonen fassen und ruhiger wirken lassen. Aus einem schlichten Wohnhaus der 70er-Jahre ist so ein Baukörper entstanden, der sich um Blickbeziehungen, kurze Wege und den direkten Kontakt zum Garten organisiert.

Die Patio als Mittelpunkt des Alltags

Die eingebaute Patio ist von mehreren Seiten sichtbar und verbindet die unterschiedlichen Bereiche des Hauses miteinander. Sie wirkt nicht wie ein dekoratives Element, sondern wie ein räumlicher Knotenpunkt, an dem Bewegung, Licht und Blickachsen zusammenlaufen. Wer durch das Haus geht, sieht immer wieder dieselbe Mitte, nur aus einer anderen Entfernung. Genau das gibt dem Grundriss seine Offenheit, ohne ihn beliebig zu machen.

Rund um diesen Innenhof verschieben sich die Nutzungen ineinander. Wohnen, Kochen, Spielen und Arbeiten liegen nicht streng getrennt, sondern greifen ineinander über. Die Verbindung zur Außenfläche bleibt dabei ständig präsent: Türen, Fenster und transparente Übergänge öffnen den Blick zur Grünfläche, während der Innenhof selbst das Tageslicht im Haus tief nach innen zieht.

Loftgrundriss mit Galerie und weiten Sichtachsen

Der Loftgrundriss mit Galerie verleiht dem Haus eine klare räumliche Spannung. Unten laufen die Funktionen in einem offenen Wohnbereich zusammen, oben erweitert die Galerie den Blick in die Tiefe. Die Videöffnung macht diesen Zusammenhang sofort lesbar. Man steht nicht in abgeschlossenen Zimmern, sondern in einer Folge von Ebenen, die sich gegenseitig einsehen. Gerade dadurch wirkt das Haus größer, als es die einzelnen Räume vermuten lassen.

Die Sichtachsen sind bewusst lang gehalten. Von der Küche bis zum Patio, von der Sitzzone bis zur Treppe, von der Galerie hinunter in den Wohnbereich: Immer wieder wird der Raum überblickbar gemacht. Das unterstützt den loftartigen Charakter, ohne ihn mit Industrieästhetik zu überladen. Entscheidend ist hier nicht der Stil, sondern die Bewegung zwischen den Zonen.

Licht, das tief in den Grundriss reicht

Das Tageslicht im Haus kommt nicht nur über die großen Öffnungen, sondern auch über die innenliegende Patio. Dadurch entstehen wechselnde Helligkeiten: helle Flächen an den Öffnungen, weichere Schatten in den Übergängen, ruhigere Bereiche entlang der Holzverkleidungen. Diese Abstufung prägt die Atmosphäre des gesamten Interieurs. Licht wird hier nicht als Effekt eingesetzt, sondern als räumliches Mittel.

Besonders deutlich zeigt sich das an den Übergängen zwischen Wohnraum und Patio. Glas, Rahmen und Boden laufen fast ohne harte Unterbrechung weiter. Die Räume wirken dadurch verbunden, bleiben aber klar lesbar. Auch die Decken mit ihren präzisen Linien und eingebauten Leuchten unterstützen diese Offenheit. Sie lenken den Blick, statt ihn mit Details zu überladen.

Materialwechsel zwischen Glas, Holz und Stein

Die große Glasflächen geben dem Haus Transparenz, während die dunklen Holzdetails die offenen Bereiche erden. Wandverkleidungen, Einbauten und kastenartige Zonen setzen einen ruhigen Kontrast zu den hellen Böden und den offenen Öffnungen zur Patio. Dazu kommen steinerne und betonartige Oberflächen, die die Räume sachlich halten, ohne kühl zu wirken. Gerade das Zusammenspiel dieser Materialien macht den Innenraum lesbar.

In der Küche zeigt sich das besonders klar. Eine dunkle Küchenwand ordnet Geräte und Stauraum, darüber liegt eine Arbeitsfläche mit marmorartiger Zeichnung. Die Fronten bleiben ruhig, fast zurückhaltend, sodass das Material selbst die Hauptrolle übernimmt. Von hier aus lässt sich der Blick wieder in Richtung Innenhof und Wohnbereich lenken. Die Küche steht nicht als eigener Block im Raum, sondern als Teil der offenen Raumfolge.

Eine eingebaute Kamin-Nische als fester Bezugspunkt

Die eingebaute Kamin-Nische setzt einen klaren Schwerpunkt im Wohnbereich. Sie ist in die Wand integriert und wirkt dadurch weniger wie ein einzelnes Möbelstück als wie ein Teil der Architektur. Neben ihr liegen breite Fensteröffnungen und transparente Türen, sodass sich Feuerstelle, Sitzzone und Blick nach außen gegenseitig ergänzen. Die Nische bündelt den Raum, ohne ihn zu schließen.

Auch in den dunklen Holzflächen rund um diesen Bereich zeigt sich der gestalterische Wille zur Ordnung. Die Paneele und Einbauten ziehen die Linien zusammen, während Lichtpunkte und Schienen im Deckenbereich den Raum in Abschnitte gliedern. Das Ergebnis ist ein Wohnraum mit deutlichen Kanten, aber ohne harte Trennung zwischen den Funktionen. Die Aufenthaltsorte bleiben offen lesbar und zugleich klar gefasst.

Gezielte Erweiterungen nach Sonne und Nutzung

Die Erweiterung der Küche und des südlich gelegenen Terrassenbereichs folgt der Sonne und dem tatsächlichen Gebrauch der Räume. Dort, wo das Licht länger liegt, wird der Alltag nach draußen verlängert. Die neuen Schlaf-, Bad- und Ankleidebereiche sind auf der Nordseite angeordnet, also an einer ruhigeren, zurückhaltenderen Stelle des Hauses. Diese Entscheidung prägt nicht nur die Nutzung, sondern auch die innere Logik des Grundrisses.

So entsteht ein Haus, das seine Flächen nicht einfach addiert, sondern gezielt verteilt. Die Erweiterungen unterstützen die Wege zwischen Kochen, Wohnen und Draußen, während die privaten Räume räumlich abgesetzt bleiben. Gerade in einem Bestandshaus ist diese Art der Umordnung entscheidend: Nicht jeder Quadratmeter muss gleich wirken, aber jeder sollte seinen Platz im Ablauf haben.

Das Dach und die neue Silhouette des Hauses

Mit dem Reetdach bekommt der Baukörper eine neue Oberkante. Der weiche Dachabschluss verändert die Silhouette deutlich und setzt sich von der klaren Geometrie der Öffnungen ab. Zusammen mit dem weiß gestrichenen Mauerwerk entsteht ein neuer äußerer Eindruck, der die Transformation von der alten Bestandsstruktur zur modernen Villa sichtbar macht. Das Äußere bleibt dabei ruhig genug, damit innen die Raumfolge im Mittelpunkt stehen kann.

Die Veränderung wirkt nicht laut, sondern präzise. Man erkennt die Eingriffe an der neuen Dachform, an den größeren Öffnungen und an der verschobenen Gewichtung zwischen geschlossenen Flächen und transparenten Bereichen. So wird aus einem Haus der 70er-Jahre ein Wohnhaus, das seine Vergangenheit nicht verleugnet, aber klar neu geordnet ist. Die Innenhofpatio im Haus bleibt dabei der rote Faden, der alle Ebenen miteinander verbindet.

Für das Wohnen bedeutet das vor allem eines: kurze Wege, viel Licht und eine Raumfolge, die sich immer wieder um den Innenhof sammelt. Die Galerie hält den Blick offen, die Materialien geben den Flächen Ruhe, und die Außenbeziehung bleibt in jedem Teil des Hauses spürbar. Genau darin liegt die Stärke dieses Projekts: nicht in einer einzigen Geste, sondern in der sorgfältigen Abstimmung von Grundriss, Licht und Nutzung.

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