Maßgefertigter Kamin im klassischen Interieur
Der weiße Marmorkamin setzt den Ton, bevor das Feuer überhaupt sichtbar wird. Die profilierte Schürze, die schwarze Feuerkammer und der goldgerahmte Spiegel darüber treffen in einer klaren Achse aufeinander. In diesem klassischen Interieur wurde ein maßgefertigter Kamin so eingebunden, dass die vorhandene Schale nicht geglättet, sondern präzise weitergeführt wirkt. Der Kontrast aus Stein, Metall und Glas macht die Eingriffe lesbar, ohne die ruhige Wirkung des Raums zu stören.
Marmer, Spiegel und die dunkle Feuerkammer
Die erste Lösung basiert auf einem Gaskamin, der in die bestehende Schürze eingepasst wurde. Statt die alte Fassung zu ersetzen, wurde sie angepasst und mit einem neuen flexiblen Rohr für den Schornstein ergänzt. Vorn liegt die schwarze Einsatzkammer als strenger Block in der hellen Marmorumrahmung. Genau dieser Gegensatz gibt dem Kamin Gewicht. Das Feuer sitzt tief im Aufbau, während die weiße Profilierung und die goldene Spiegelfassung darüber den klassischen Charakter des Raums festhalten.
Im Bild zeigt sich, wie sorgfältig die Proportionen aufeinander abgestimmt sind. Die bogenförmige Öffnung der Schürze nimmt die rechteckige Form des Einsatzes auf, ohne sie zu verdecken. Das maßgefertigte Stahlrahmen-Element schließt an die vorhandene Mantelzone an und ordnet die Kanten neu. So entsteht kein aufgesetzter Fremdkörper, sondern ein integrierter Kamin in klassischer Schürze, bei dem die neuen Linien sehr nah an der vorhandenen Architektur bleiben.
Schornstein saniert, ohne das Bild der Schürze zu verlieren
Für die Installation war der technische Teil ebenso wichtig wie die sichtbare Einfassung. Das Schornsteinkanal wurde mit einem flexiblen Rohr erneuert, damit die erste Kaminlösung überhaupt sauber umgesetzt werden konnte. Von außen bleibt davon nichts als Idee übrig; im Raum selbst zählt das Zusammenspiel aus Feuer, Stein und der dunklen Einsatzfläche. Gerade bei der Nähe zur Marmorschale und den feinen Profilen ist diese Zurückhaltung entscheidend. Der Kamin soll nicht erklären, was gemacht wurde, sondern sich in den Bestand fügen.
Ein zweiter Kamin im Schlafzimmer, wo der Kanal nicht mehr mitspielte
Im Schlafzimmer war der ursprüngliche Plan ein anderer. Dort sollte ein alter Kamin wiederhergestellt werden, doch der vorhandene Kanal war zu stark beschädigt. Statt eine unklare Reparatur zu erzwingen, fiel die Wahl auf einen automatischen Bioethanol-Kamin. Die Entscheidung folgt hier nicht einem Effekt, sondern dem Zustand des Bestands. Das sichtbare Feuer bleibt Thema, nur der technische Weg dorthin ändert sich. Auch in diesem Raum wurde der Kamin mit einer klaren, ruhigen Einfassung in die vorhandene Schürze gesetzt.
Die zweite Lösung arbeitet mit einer anderen Art von Präzision. Eine maßgefertigte Stahlfassung fasst die Öffnung zusammen und verbindet den Einsatz mit der bestehenden Mantelzone. Dazu kommt eine eigens angefertigte Hollandse korf, die den Anschluss an die Schürze ergänzt. Das Material ist nüchtern, die Wirkung aber klar: Die Öffnung bekommt Kontur, und der Kamin sitzt nicht lose im Raum, sondern folgt der Linie der vorhandenen Architektur. So bleibt der Blick auf das Feuer frei, während die Umrahmung die Kanten bündelt.
Wenn das Feuer an anderer Stelle neu gelesen wird
Der automatische Bioethanol-Kamin bringt eine sichtbare Flamme in den Raum, ohne dass der beschädigte Kanal als Problem sichtbar bleiben muss. Das ist in diesem Schlafzimmer der entscheidende Schritt. Der Kamin markiert den Ort, an dem früher ein anderes Feuer geplant war, und macht daraus eine neue Lösung mit eigenem Aufbau. Die schmale Stahlkante, die an die Schürze anschließt, hält die Öffnung sauber zusammen. Im Zusammenspiel mit dem hellen Putz, den weißen Flächen und dem Holzfußboden wirkt der Kamin wie ein präziser Einschnitt in ein bestehendes Zimmerbild.
Wie der Stahl die alten Formen ordnet
Stahl taucht in beiden Kaminen nicht als Kontrast um seiner selbst willen auf, sondern als Mittel der Einbindung. Der maßgefertigte Stahlrahmen zieht die Linien straffer, besonders dort, wo die Marmorschürze ornamental arbeitet und die Öffnung bogenförmig ausläuft. Die glatte Fläche nimmt dem Aufbau nichts von seinem historischen Ausdruck, sondern macht die neue Technik lesbar. Gerade im Wechsel zwischen dem kühlen Metall, der hellen Steinoberfläche und der schwarzen Feuerkammer entsteht eine Spannung, die sich ruhig anfühlt, weil sie nicht laut inszeniert wird.
Auch die Bilder der Wohnräume zeigen, wie eng der Kamin mit der Architektur verbunden ist. Neben der Schürze erscheinen Glasflächen, eine helle Wandzone und in einem Blick sogar Einbauten mit Glasfronten. Der Kamin steht damit nicht isoliert, sondern in einem Raumgefüge aus Öffnung, Spiegelung und geschlossenen Flächen. Das Feuer nimmt den Mittelpunkt ein, doch das Umfeld bestimmt, wie präsent es wirkt. Genau hier liegt die Qualität der beiden maßgefertigten Kaminlösungen: Sie verändern den Raum, ohne ihm eine fremde Sprache aufzuzwingen.
Ein Kaminbild, das sich aus Nähe und Abstand zusammensetzt
Aus der Nähe zählen die Fuge, die Kante und der Übergang von Stein zu Metall. Aus der Distanz liest man die große Achse aus Spiegel, Mantel und Öffnung. Der weiß geprofilierte Aufbau fängt das Licht auf, während die schwarze Einsatzkammer darunter die Blickführung bündelt. In den ruhigeren Perspektiven treten die Holzfußböden und die seitlichen Wandflächen hervor. Dadurch bekommt der Kamin einen festen Ort im Raum, ohne die übrigen Elemente zu übertönen. Die Wohnszene bleibt klar, auch wenn das Feuer im Zentrum steht.
Die eingesetzten Details sind klein, aber nicht nebensächlich. Ein Spiegel mit Goldrahmen sitzt über der Schürze und gibt dem Kamin Höhe. Die bogenförmige Öffnung in der Marmormantelung wiederholt die Rundung des Einsatzes. Das Stahlmaßwerk hält den Anschluss an die vorhandene Substanz. Und im Schlafzimmer zeigt die angepasste Lösung, dass auch ein beschädigter Kanal nicht das Ende einer Kaminidee sein muss. Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf einer Verwandlung des gesamten Raums, sondern auf einer präzisen Fortsetzung der vorhandenen Struktur.
So entsteht ein Projekt, in dem zwei unterschiedliche Feuerstellen denselben Gedanken teilen: Der maßgefertigter Kamin reagiert auf die vorhandene Architektur, statt gegen sie zu arbeiten. Einmal mit Gaskamin und Schornsteinanpassung, einmal mit automatischem Bioethanol-Kamin als Alternative zum nicht mehr nutzbaren Kanal. Beide Lösungen bleiben nah an der klassischen Schürze, an Marmer, Spiegel und Stahl. Gerade diese Zurückhaltung macht die Räume lesbar und lässt die Kaminöffnung als klaren Mittelpunkt erscheinen.
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