Projekt: modernes Haus mit vertikaler Holzfassade
Vertikale Holzlamellen setzen das Volumen dieses Hauses in klare Bahnen. Die Latten geben der Fassade einen ruhigen Takt, während Tageslicht über den Tag hinweg Farbe und Schatten verschiebt. Je nach Sonnenstand tritt die Maserung stärker hervor, dann wieder liegen die Flächen stiller im Bild. So entsteht ein wechselndes Relief, das nicht laut wirkt und doch den ganzen Baukörper ordnet.
Vertikale Holzlamellen als sichtbares Gerüst
Die vertikale Holzfassade ist hier mehr als eine Hülle. Sie bestimmt die Proportionen der Außenansicht und legt ein wiederkehrendes Raster über das Volumen. Zwischen den einzelnen Latten bleibt eine offene Struktur erhalten, damit Luft hinter der Bekleidung zirkulieren kann. Dieser Aufbau ist im Bild nicht dominant, aber er gehört zur Logik des Entwurfs und erklärt, warum die Holzoberfläche so präzise wirkt.
Licht, das auf Holz anders reagiert
Breite Glasflächen ziehen viel Tageslicht in die Räume und geben den Latten eine zweite Rolle: Sie filtern das Licht. An den Holzoberflächen liegen schmale Schattenlinien, auf glatten Feldern dagegen nur ein leiser Tonwechsel. Dadurch verändern Wände, Einbauten und Nischen ihren Eindruck im Lauf des Tages. Besonders sichtbar wird das dort, wo die Holzstruktur nah an den Öffnungen sitzt und das Licht nicht frontal, sondern seitlich einfällt.
Das Material läuft vom Außenraum in den Innenausbau
Holz hört an der Außenbekleidung nicht auf. Dasselbe Material taucht in Wandpaneelen, Kastenfronten und Deckenleisten wieder auf, nur mit anderen Tönen und Oberflächen. Mal wirkt es dunkler, mal heller, mal glatt, mal leicht geriffelt. Diese Abfolge verbindet die Räume, ohne sie zu vereinheitlichen. Man liest die Materialfamilie in Etappen: an der Wand, an einem Schrank, an einer Ecke im Deckenrand.
Holz und Marmor als klares Gegenüber
In Küche und Bad trifft die warme Holzstruktur auf kühlen Stein. Die Arbeitsplatte aus Marmor legt eine ruhige, helle Fläche in den Raum, während die Holzfronten und seitlichen Paneele die Oberfläche erden. Das Zusammenspiel lebt vom Kontrast der Texturen: dort die glatte, leicht glänzende Steinfläche, hier die sichtbare Faser des Holzes. Nichts daran ist dekorativ überladen, aber genau diese Zurückhaltung lässt die Materialien deutlich sprechen.
Die Küche mit Marmorarbeitsplatte bleibt offen und präzise
In der Küche wirken die flachen Fronten und die eingelegte Nische fast architektonisch. Hinter der Arbeitszone liegt eine Lamellenwand, die das Licht bricht und die Tiefe des Raums betont. Die schwarze Armatur setzt einen kleinen, harten Punkt auf der hellen Platte. Holz, Stein und das vertikale Raster greifen dabei ineinander, ohne dass einer der Teile die Zeile dominiert.
Offene Grundrisse, klare Sichtachsen
Lichte Wände und ein offener Grundriss lassen Blickbeziehungen quer durch den Wohnbereich zu. Von einem Bereich zum nächsten bleibt die Orientierung erhalten, weil Wandflächen nicht unnötig unterbrechen. Eine Gasfeuerstelle ist so platziert, dass sie den Lichteinfall und die Materialwirkung nicht stört. Statt als Zentrumsstück zu arbeiten, fügt sie sich in die Achse von Fenstern, Holzflächen und Sitzbereich ein.
Rohes Mauerwerk trifft auf ruhige Holzlinien
Die Holzlatten werden an einzelnen Stellen durch Abschnitte aus rohem Beton und Mauerwerk unterbrochen. Gerade dieser Wechsel macht die Fassade lesbar. Das raue Mauerwerk wirkt schwerer, der Beton nüchterner, das Holz weicher und beweglicher. Im Zusammenspiel entsteht kein glatter Einheitslook, sondern ein Aufbau mit deutlichen Materialien, die sich gegenseitig schärfen. Die vertikale Richtung bleibt trotzdem das verbindende Motiv.
Große Verglasung mit Blick auf den Garten
Große Glasflächen öffnen den Innenraum zur grünen Umgebung. Der Garten liegt nicht als fernes Bild hinter dem Haus, sondern als sichtbare Verlängerung der Wohnbereiche. Hölzerne Möbel und Wandverkleidungen greifen die Fassadenlogik im Inneren wieder auf und schwächen den Schnitt zwischen drinnen und draußen ab. Dadurch wirkt der Übergang nicht abrupt, sondern über Material und Blick geführt.
Lamellenwand im Interieur als wiederkehrendes Motiv
In mehreren Räumen taucht die Lamellenwand im Interieur erneut auf, teils als Hintergrund für Einbauten, teils als gefasste Nische. Die vertikalen Linien geben kleinen Zonen einen klaren Rahmen. Gerade in den Detailbildern zeigt sich, wie stark dieses Motiv arbeitet: Es ordnet eine Wand, fasst einen Arbeitsbereich ein und lenkt den Blick auf die Oberfläche selbst. Die Struktur ist einfach, aber sie verändert die Wahrnehmung des Raums deutlich.
Bad und Küche mit Steinflächen und Holzrand
Auch im Bad ist die Holz-Marmor-Kombination gut ablesbar. Der Stein bringt eine kühle, fast zurückhaltende Helligkeit in den Raum, während Holz die angrenzenden Flächen fasst. Auf den Detailaufnahmen zeichnen sich Adern und Maserungen nebeneinander ab. Das Licht trifft auf beide Materialien unterschiedlich: auf Stein als Reflex, auf Holz als weiche Linie. So entstehen kleine Verschiebungen, die den Raum lebendig halten, ohne ihn zu überladen.
Oberflächen, die im Detail sprechen
Glatt und leicht geriffelt wechseln sich an Wandbekleidungen, Schrankfronten und Leisten ab. Diese Unterschiede fallen erst im Nahblick auf, doch sie geben den Räumen Tiefe. Ein schmaler Schatten entlang einer Kante, eine fein sichtbare Holzmaserung, ein ruhiger Steinrand am Waschtisch oder an der Arbeitsfläche: Das sind die Momente, in denen das Projekt seine Sprache findet. Nicht über große Gesten, sondern über wiederholte, genau gesetzte Flächen.
Ein ruhiges Bild aus Licht und Material
Das Haus baut auf wenige Farben: Beige, Braun, helle Holztöne und das kühle Weiß des Steins. Diese Palette hält die Räume offen und nimmt dem Holz jede Schwere. Gleichzeitig sorgt das vertikale Raster dafür, dass die Flächen nicht beliebig wirken. Die vertikale Holzfassade bleibt so nicht nur außen lesbar, sondern auch im Inneren als ordnendes Prinzip. Genau darin liegt die Stärke des Entwurfs: in der Wiederholung eines klaren Motivs, das sich durch Haus, Licht und Material hindurchzieht.
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